Warum geniesst die katholische Kirche wieder mehr Vertrauen?

Laut einer österreichweiten Umfrage zum Thema Glaubwürdigkeit geniesst die katholische Kirche das Vertrauen von 46 Prozent der Bevölkerung. Das sind elf Prozent mehr als im letzten Jahr. Wie dieser Aufstieg zu erklären ist, zeigt unter anderem ein Blick auf die anderen Gewinner und Verlierer dieser Umfrage.

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Der Vatikan geniesst, zumindest in Ă–sterreich, wieder ein hohes Mass an Vertrauen. (Foto: ISABELLA PECHLIVANIS/pixelio.de)

Fast jeder zweite Mensch in Österreich schenkt der katholischen Kirche sein Vertrauen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die unter anderem von dem sozialwissenschaftlichen Institut Sora durchgeführt wurde. Und auch bei den abgefragten Persönlichkeiten glänzt die Kirche: Papst Franziskus erreicht mit 82 Prozent den zweiten Platz hinter Ski-Star Marcel Hirscher, dem 83 Prozent der befragten Personen vertrauen.

Was glaubwĂĽrdig macht

Auch wenn Katholikinnen und Katholiken in Ă–sterreich noch immer in der Mehrheit sind (60 Prozent), ĂĽberrascht dieses hohe Mass an Vertrauen. Vor allem, wenn man sich ansieht, anhand welcher Eigenschaften das Vertrauen gemessen wurde:

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(Screenshot: Folie klar.SORA GlaubwĂĽrdigkeitsranking 2016)

Die stärksten statistischen Zusammenhänge mit Glaubwürdigkeit zeigen laut den Befragern folgende Beschreibungen: «ist ehrlich», «tut, was er/sie sagt» und «hält, was er/sie verspricht»; fast gleich stark wirken «ist offen und transparent» sowie «bei ihm/ihr passt alles zusammen», schreibt ORF.

Auch ohne viel Zynismus und Spott ist kaum von der Hand zu weisen, dass viele dieser Eigenschaften bei der katholischen Kirche nur wenig oder gar nicht zutreffen. Wie aber sind diese positiven Entwicklungen dann zu erklären?

«Der Franziskus-Effekt»

In den Skandaljahren 2010 bis 2013 verlor die Kirche nicht nur ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch das Vertrauen hunderttausender Katholiken. Viele Gläubige konnten über die Pädophilie-Vorwürfe an ranghohen Bischöfen, Priestern und Pfarrern nicht hinwegsehen und wendeten der Kirche den Rücken zu. Die Beliebtheit der Kirche war auf einem neuen Tiefpunkt, die Zahl der Kirchenmitglieder sank täglich im vierstelligen Bereich.

Damals stellten sich viele Theologen und Laien nach dem RĂĽcktritt von Benedikt XVI. die Frage: Kann ein einzelner Mann das Schiff Petri wieder auf Kurs bringen? Mittlerweile hat Franziskus bewiesen: Ja, er kann. Auch wenn er im Vatikan selbst nur wenig bewegt, findet durch seine zukunftsgerichteten und liberalen Aussagen ein Umdenken in der Ă–ffentlichkeit statt. So wie vor ein paar Tagen, als er sagte, dass Homosexuelle, Frauen, Geschiedene und ausgebeutete Kinder eine Entschuldigung fĂĽr ihre Behandlung durch die Kirche verdient haben.

Seit Franziskus Papst ist, findet ein Akt der Entrümpelung altbewährter Traditionen und Ansichten statt. Denn auch ihm war klar, dass an ihm die Glaubwürdigkeit der Kirche neu bemessen werden würde. So hat der sogenannte «Franziskus-Effekt» auf jeden Fall sehr viel damit zu tun, dass die Kirche derzeit einen Frühling der Vertrauenswürdigkeit erlebt.

Schwere Zeiten

Ein nicht minder wichtiger Faktor ist die momentane gesellschaftliche und politische Unsicherheit in Europa: Viele Menschen, auch solche, die sich nicht als Christen bezeichnen, verlangen derzeit von den Kirchen klare Haltungen und Mithilfe bei aktuellen Problemen, wie beispielsweise der Flüchtlingssituation. Denn dass sich Menschen in Krisensituationen oft zum Glauben hinwenden oder sich wieder ihrer religiösen Wurzeln bewusst werden, zeigte sich in der europäischen Vergangenheit schon des Öfteren.

Auch drückt sich die momentane Unsicherheit in den anderen Ergebnissen der Glaubenswürdigkeits-Umfrage aus: Der österreichischen Regierung vertrauen nur noch 30 Prozent (-7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), der EU-Kommission 25 Prozent, Eva Glawischnig, einer österreichischen Grünen-Politikerin, nur noch 42 Prozent (-9 Prozent) und  Angela Merkel nur noch 45 Prozent (-25 Prozent!).

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Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?

Da ich mich sowohl beruflich als auch privat mit Religion auseinandersetze, durfte ich jene Frage, die Gretchen dem Faust in Goethes epochalem Werk stellt, schon öfters beantworten. Nicht selten wird die Gretchenfrage dabei begleitet von dem Nachtrag: «Aber du bist doch Atheist, warum beschäftigst du dich überhaupt mit Religion und der Kirche?»

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Faust im Studierzimmer (Gemälde von Georg Friedrich Kersting, 1829)

Im Schweizer Sonnenkanton Tessin erschlich ich mir vor rund siebzehn Jahren meinen ersten, unlauteren Blick hinter die Kulissen der katholischen Kirche. Vor einem tiefliegenden Pfarrhausfenster bat ich meine Grossmutter, auf ihre Schultern steigen zu dürfen, um einen Blick ins Innere des Gotteshauses werfen zu können. Von meinem neuen Aussichtspunkt aus, sah ich direkt auf die Halbglatze des Pfarrers und konnte ihn beim Schreiben eines Briefes beobachten – ein Bild, das sich bis heute bei mir eingeprägt hat.

Weitere Erinnerungen an die ersten Sommerferien in der Südschweiz beinhalten diverse Kirchen-, Kloster- und Kapellenbesichtigungen sowie meine fortwährende Fragerei von «Was bedeutet dieses Symbol?» über «Wer ist dieser Heilige?» bis «Was ist der Unterschied zwischen katholisch und reformiert?». Fragen nach dem «Wieso, Weshalb, Warum» würden erst später folgen. Wie auch Gretchen habe ich in meinen Kindesjahren die Kirche und die Religion nicht hinterfragt und hätte sie wohl dabei bekräftigt, als sie in Goethes Faust die damalige öffentliche Meinung aussprach: «Man muss dran glauben!»

Steigende Meinungsvielfalt

Die Gretchenfrage zeigt auf, wie viel sich seit Goethes Zeiten verändert hat. Fausts zurückhaltendes «Muss man daran glauben?» muss nicht mehr hinter vorgehaltener Hand geflüstert werden. Eine Befragung des Schweizer Bundesamtes für Statistik zeigt, dass 2016 fast jede vierte Person in der Schweiz konfessionslos ist. Gretchen würde das gar nicht gefallen.

Doch konfessionslos heisst noch nicht religionslos, und deshalb befindet sich ein Grossteil der europäischen Bevölkerung vermutlich irgendwo zwischen Faust und Gretchen. Viele Menschen machen sich ein eigenes Bild des Göttlichen, einige setzen auf Esoterik und Astrologie, einige sagen ja zu Gott und nein zur Kirche und wiederum andere sind Religion und Kirche gegenüber indifferent oder gar feindlich.

Bindung durch Distanz

Obwohl ich in der erzkatholischen Innerschweiz aufgewachsen bin und die Grundlagen und die Verfassung der Schweiz stark von sogenannten christlichen Werten geprägt sind, war eine Identifikation für mich nach meinen Kindestagen nie mehr spürbar. Mein fragiler Draht zu Gott und meinem Glauben zerbrach bereits an der ersten, kritischen Auseinandersetzung am Ende meiner Primarschulzeit. Als Folge davon habe ich den Atheismus als für mich richtige Auseinandersetzung mit der Religion entdeckt. Ironischerweise wurde ich durch den subjektiven Religionsunterricht in meiner Entscheidung bekräftigt.

Mein unablässiges Interesse an den Systemen und Menschen hinter der Religion wurde durch diese Distanzierung jedoch nur noch intensiver. Da Gläubige etwas besitzen, das mir fehlt und ich glücklicherweise dennoch nicht vermisse, bleiben die Gespräche mit ihnen für mich stets ertragreich und interessant, sofern sie grundehrlich mit ihrem Glauben umgehen und sie nicht doktrinistisch und gnadenlos festgefahren sind. Aber auch hier begegne ich einer paradoxen Bindung: Je mehr ich mich mit Religion auseinandersetze, desto abwegiger wird es für mich, je einem Glauben anzuhängen.

Förderung des Dialogs

Bücher und Essays von Christopher Hitchens, Richard Dawkins und Sam Harris halfen mir dabei, die zeitgenössische Philosophie der Aufklärung als Gegenstück zur institutionalisierten Religion und blindem Glauben besser zu verstehen und bildeten einen wichtigen Brückenschlag zum Existenzialismus. Religion wurde für mich fassbarer, verständlicher und logischer. Die delphischen Strukturen und Schemen wurden nach und nach aufgebrochen.

Gerade in der heutigen Zeit ist es enorm wichtig, dass man sich wieder intensiver und objektiver mit Religion und Glaube auseinandersetzt. Und dennoch ist in den (sozialen) Medien eine zunehmende Verhärtung der Fronten zu beobachten. Atheistinnen und Freidenker werden nicht ernst genommen oder schiessen polemisch gegen Gläubige, während Christinnen und Christen über Churer Bischöfe und Musliminnen und Muslime über den Islamischen Zentralrat der Schweiz definiert werden. Diese Frontenverhärtung kann und muss durchbrochen werden, um einen differenzierten Dialog mit den Religionen zu ermöglichen. Denn unser gesellschaftliches Zusammenleben ist ohne irgendeine Form der Religion gar nicht denkbar. Sie ist ein Spiegel unserer geistigen Souveränität oder eben Abhängigkeit.

Erstmal ErnĂĽchterung

Mit einem Gottesdienst im Petersdom wurde am Sonntag die Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode eröffnet. Drei Wochen lang werden sich mehr als 300 Theologen, Ordensbrüder, Bischöfe und Experten über heikle Themen rund um Ehe und Familie beraten. Die Eröffnungspredigt von Papst Franziskus wirkte teils folgewidrig und abwegig, lässt damit aber den Kurs der Synode erahnen.

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Eine feierliche Messe im Petersdom eröffnete die Familiensynode 2015. (BILD: Screenshot, via Youtube-User vatican)

Zum Auftakt der Familiensynode hat Franziskus einmal mehr die Unauflöslichkeit und Wichtigkeit der Ehe bekräftigt und diese in seiner Predigt in den Fokus gerückt:

«[Jesus] führt alles auf den Ursprung der Schöpfung zurück, um uns zu lehren, dass Gott die menschliche Liebe segnet, dass er es ist, der die Herzen zweier Personen, die einander lieben, verbindet und dass er sie in der Einheit und Unauflöslichkeit verbindet. Das bedeutet, dass das Ziel des ehelichen Lebens nicht nur darin besteht, für immer zusammenzuleben, sondern für immer einander zu lieben!»

Barrieren auf den BrĂĽcken

Dass Franziskus in seiner Eröffnungspredigt die Gläubigen dazu auffordert, jede Form von Individualismus und Legalismus zu überwinden, überrascht aus vielerlei Hinsicht. Nicht nur hat Franziskus wenige Wochen vor der vatikanischen Bischofssynode zwei Papstdokumente veröffentlicht, die die Annullierung von katholischen Ehen vereinfacht, er schliesst die Predigt auch mit Worten der Öffnung:

«[…] eine Kirche mit verschlossenen Türen verrät sich selbst und ihre Sendung, und anstatt eine Brücke zu sein, wird sie eine Barriere […]»

Um diese Aussage als paradox und zynisch zu entlarven, genügt ein Blick in die deutschsprachigen Länder Europas: In der Schweiz und in Österreich werden vierzig Prozent der Ehen geschieden, in Deutschland gar 45 Prozent.

Sturm im Wasserglas

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, wertete die damaligen Annullierungs-Dokumente als ein vernünftiges Signal des Papstes. Grundlegende Änderungen der kirchlichen Lehre seien bei der Synode trotzdem nicht zu erwarten, ergänzte Marx und schloss eine gültige zweite sakramentale Ehe aus.

Nach der Eröffnungspredigt wurde deshalb einmal mehr klar, dass die Familiensynode zwar ein Gradmesser für Franziskus wird, dennoch wird das Abschlussdokument nach der dreiwöchigen Tagung keine Revolution einläuten. Im Vatikan sollen durch die zweite Familiensynode innerhalb eines Jahres lediglich die Weichen gestellt werden. Es wird Jahre dauern, bis sich Geschiedene und Wiederverheiratete und Homosexuelle nicht mehr an den Rand der Kirche gedrängt fühlen müssen.

Vorstellbar sind maximal anzustrebende Vereinfachungen im Umgang mit Wiederverheirateten und Geschiedenen, die zum Abschluss der Bischofssynode aber weder klar festgelegt, noch genau definiert sein werden.

Heikle, heikle Homosexualität

Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde in der Eröffnungspredigt geschickt umschifft. Zwischen den Zeilen wurde dennoch klar, dass auch in der Causa Homosexualität in den nächsten drei Wochen keine erwähnenswerte Veränderung stattfinden wird.

Mit Hilfe von Bibeltexten und Gleichnissen aus der heutigen Zeit wurde darauf aufmerksam gemacht, dass nur die Liebe zwischen Mann und Frau gottgewollt ist. Hoffnungsvoll stimmt hingegen, dass Franziskus in zentralen Textstellen auf den «Mann und Frau»-Begriff verzichtete und sich stattdessen neutralen Aussagen bediente:

«[Diese Worte] (Gen 2,18) zeigen […], dass Gott den Menschen nicht zu einem Leben in Traurigkeit und Alleinsein erschaffen hat, sondern für ein Leben im Glück, in dem er seinen Weg gemeinsam mit einer anderen Person geht, die ihn ergänzt, damit er die wunderbare Erfahrung der Liebe macht: zu lieben und geliebt zu werden […]»

Doch sämtliche Zuversicht, dass die Kirche die Öffnung ernst meint, wurde bereits vor der Eröffnungspredigt zerstört, als sich der bedeutende, vatikanische Theologe, Krzysztof Charamsa (43), am Samstag in einem Zeitungsinterview als öffentlich homosexuell geoutet hat. Dem Assistenzsekretär der Internationalen Theologischen Kommission und Dozent an zwei päpstlichen Universitäten wurde innert Stunden vom Vatikan die römischen Ämter entzogen.

Bigotte Barmherzigkeit

«[Die Kirche ist dazu berufen], ihre Sendung zu leben in der Liebe, die nicht mit dem Finger auf die anderen zeigt, um sie zu verurteilen, sondern […] sich verpflichtet fühlt, die verletzten Paare zu suchen und mit dem Öl der Aufnahme und der Barmherzigkeit zu pflegen; ein „Feldlazarett“ zu sein mit offenen Türen, um jeden aufzunehmen, der anklopft und um Hilfe und Unterstützung bittet […]» sagte Franziskus nur wenige Minuten, nachdem er die gottgewollte Liebe zwischen Mann und Frau unterstrich und die Unauflöslichkeit der Ehe festhielt.

Franziskus kann den Weg der Modernisierung nicht selbst beschreiten. Der Dialog zwischen Reformern und Konservativen wird immer schwieriger, legt Steine und Hürden in den Pfad. Nicht zuletzt, da der Kreis der Franziskus-Gegner in letzter Zeit zunehmend aggressiver agiert und vermehrt das Wort «Spaltung» in den Mund genommen hat.

Doch der Wunsch nach Öffnung kommt aus der Mitte der katholischen Kirche. Papst Franziskus bedauerte schon öfters, dass wiederverheiratete und geschiedene Katholikinnen und Katholiken ihren Ausschluss von den Sakramenten als Exkommunikation, als Ausschluss aus der kirchlichen Gemeinschaft, empfinden.

Wegbleiben des Wandels

Unzählige Synoden standen bereits unter dem Zeichen des Dialogs und des Abtastens. Was fehlt ist der Startschuss für eine Reformbewegung, sowohl innerhalb als auch ausserhalb der katholischen Kirche. Zugeständnisse an die Lebenswirklichkeit vieler Menschen dürfen nicht mehr als Anbiederung an einen Zeitgeist gewertet werden.

Nie zuvor wurden so viele wichtige Schritte in Richtung Gleichheit genommen wie in den vergangenen Monaten. Wenn nicht einmal diese Einfluss auf die Synode haben, wird die Kirche zunehmend zu einem Fremdkörper.

Interview: Katholische Priesterin Jacqueline Straub

Jacqueline Straub möchte die erste Priesterin der katholischen Kirche werden. Um ihre Berufung leben zu können, müsste die Theologiestudentin aus Freiburg eine globale Institution mit über einer Milliarde Mitgliedern in ihren Grundfesten verändern. Im Interview sprach die 24-Jährige über ihren Kampf gegen restaurative Tendenzen und für tiefgreifende Reformen in der Kirche.

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«Für Reaktionäre in der Kirche bin ich ein öffentliches Ärgernis» (Bild: MELI STRAUB/www.meli-photodesign.de)

Du bist überzeugt, spätestens in zwanzig Jahren katholische Priesterin zu sein. Ist das realistisch?
Jacqueline Straub: Die Kirche braucht für tiefgreifende Reformen immer eine relativ lange Zeit, und in der Frage des Frauenpriestertums hängt ziemlich viel dran. Im Vorfeld muss erst klar gemacht werden, dass die Diskussion überhaupt möglich ist. Denn kirchenrechtlich ist das Frauenpriestertum kein Dogma. Vor der Entscheidung durch ein Drittes Vatikanisches Konzil braucht es eine lange Vorbereitungszeit. Viele sagen deshalb, dass fünfzig oder hundert Jahre realistischer wären. Ich rechne aber weiter mit einer Vorbereitungszeit von zwanzig Jahren, da wir mit Papst Franziskus eine dialogische Kirche geworden sind.

Hast du keine Angst, dass dein Vorhaben auch in zwanzig Jahren noch eine Kirchenspaltung verursachen könnte?
Es wird extrem konservative, also reaktionäre Gruppen geben, die werden sich so oder so abspalten. Für die bin ich gerade zu ein öffentliches Ärgernis. Doch es gibt seit über fünfzig Jahren Frauen und Männer, die auf das Frauenpriestertum hingearbeitet haben. Wenn man die nächsten zwanzig Jahre darüber spricht, die Zweifel benennt und das Positive eines Frauenpriestertums hervorhebt, dann wird ein ruhiger Verlauf immer realistischer. Zuvor wird aber noch der Zölibat fallen, und Wiederverheiratete und Geschiedene werden die Kommunion empfangen.

Wie reagieren deine Kommilitoninnen auf deine Pläne?
Ich kenne einige Mitstudentinnen, die auch berufen sind. Die sagen aber nichts, da sie fürchten, nach den sechs Jahren Theologiestudium keine kirchliche Anstellung zu erhalten. Es gab schon Priester und Bischöfe, die ihres Amtes enthoben wurden, bloss weil sie sich öffentlich für Frauen als Priesterinnen aussprachen.

Ist diese Angst bei dir nie aufgetaucht?
Die war mal in den ersten Semestern da, als ich noch Pastoralassistentin werden wollte. Doch mit Schweigen würde ich mich nur selbst verleugnen. Mittlerweile stehe ich dazu und nehme das Risiko auf mich, dass ich später nicht im kirchlichen Bereich arbeiten kann. Denn mit Schweigen ändert sich auch nichts.

Wo siehst du in der Kirche sonst noch Veränderungspotential?
Da gibt es viel (lacht). Unsere Kirche muss menschenfreundlicher werden und an die Ränder der Welt gehen. Der Umgang mit Geschiedenen und Homosexuellen muss menschlicher werden. Wie konservative Kreise über Homosexuelle sprechen, tut mir wirklich weh. Auch der Pflichtzölibat passt nicht mehr in unsere Zeit. Man muss die Zeichen der Zeit erkennen und danach handeln. Es kann nicht sein, dass wir die nächste Generation einfach vergessen. Wenn die Jungen heute nicht gefördert werden und keinen angemessenen Platz in der Kirche erhalten, dann habe ich wirklich Angst um die Kirche.

Der Umgang mit Homosexuellen und die Öffnung der Ehe für alle erhitzen zurzeit die Gemüter. In einem früheren Interview hast du erwähnt, dass du am Ehesakrament, Mann und Frau, festhalten möchtest.
FĂĽr eine staatliche Homo-Ehe bin ich auf jeden Fall. Beim Ehesakrament gibt es aber Schwierigkeiten. Die Kirche tut sich immer noch extrem schwer mit dem Frau-Mann-Begriff und muss erstmal selbst definieren, was Ehe heute, mit all ihren Facetten eigentlich bedeutet. Wenn wir die Ehe wie bisher mit den drei Grundprinzipien Treue, Liebe und Sorge fĂĽr die Nachkommen definieren, dann wĂĽrde das auch Homosexuelle nicht ausgrenzen.

WĂĽrdest du eine Trennung zwischen Kirche und Staat also begrĂĽssen?
Auf der einen Seite könnte eine Trennung von Kirche und Staat durchaus nicht nur negative Wirkungen haben. So wĂĽrden mangels Kirchensteuer die kargen Finanzen gewisse Pfarrer und Bischöfe zu einem einfacheren und authentischeren Lebensstil zwingen. Auf der anderen Seite denke ich, dass sich durch eine Trennung eine katholische Elite-Gruppe herauskristallisieren wĂĽrde. Fortschrittlich denkende Katholiken wĂĽrden dadurch vermutlich ins Abseits geschoben werden, was eine elitäre „Fraktion“ hervorbringen wĂĽrde. Solange die katholische Kirche öffentlich-rechtlich anerkannt ist, ist eine gewisse Gewähr vorhanden, die das verhindert.

Die Religion verliert in der Gesellschaft zunehmend an Bedeutung, vielerorts auf der Welt sinken die Zahlen von Gläubigen. Was löst die zunehmende Abwanderung aus der Kirche Richtung Gottlosigkeit in dir aus?
Dass es heute so viele Atheistinnen und Atheisten gibt, ist auch eine Schwäche der Kirche, die durch ein falsches Auftreten verursacht ist. Wenn es die Kirche nicht schafft, den Glauben mit Herz und Verstand zu vermitteln, dann rennen die Menschen entweder in die fundamentalistische Ecke oder wenden sich dem Atheismus zu. Mir tut es weh, dass man sich in meiner Generation für den Glauben rechtfertigen muss. Aber alle wird man nie ins Boot holen können.

Wie kann die Kirche diesem Trend entgegenwirken?
Ich erlebe zu meinem eigenen Bedauern, dass es einige Bischöfen und Priestern gibt, denen das Feuer fehlt. Heute braucht es mehr denn je Überzeugung und Auftreten. Auf Christen und Nicht-Christen wirkt es abschreckend, wenn sich gewisse Bischöfe nie in der Öffentlichkeit äussern und zeigen. Die Menschen möchten Kleriker, die eine klare Position vertreten, die nachvollziehbar ist. Das fehlt in der Kirche vielerorts.

Dein Handy ziert ein Bild von Papst Franziskus. Ist er für dich ein Hoffnungsträger?
Franziskus interessieren westliche Kirchenthemen wie Zölibat oder das Frauenpriestertum weniger als Armut und fehlende Gerechtigkeit auf der Welt. Doch er ist ein äusserst mutiger Papst, welcher der katholischen Kirche zu viel positiver Berichterstattung verholfen hat. Wenn alle Priester, Bischöfe und Kardinäle so entschlossen aufträten wie er, könnten sich die Menschen viel eher mit der Kirche identifizieren. Da Franziskus angedeutet hat, wie Benedikt XVI. frühzeitig aus dem Amt zu scheiden, könnte ich mir durchaus vorstellen, dass er zumindest noch darauf hinwirkt, dass in den nächsten zwei bis drei Jahren bestimmte Frauenthemen aufgenommen werden und die Diskussion darüber entfacht wird. Doch das Dritte Vatikanische Konzil wird erst mit dem nächsten oder dem übernächsten Papst kommen.

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Das Interview erschien auf hpd.de.

Warum gibt es keine Kirchenrebellen mehr?

Gegen den Willen seines Bistums hat ein Schweizer Pfarrer ein  gleichgeschlechtliches Paar gesegnet. Statt sich weiter für seine Überzeugung einzusetzen und damit eine Versetzung zu riskieren, missachtet er die Solidarität von fast 44 000 Schweizerinnen und Schweizern, lenkt ein und waltet seines Amtes künftig mit einem Maulkorb. Kein Einzelfall: Die Gattung «Kirchenrebell» ist schon seit der Reformation in Europa vom Aussterben bedroht.

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Martin Luther (1483 – 1546), Archetyp des modernen Kirchenrebellen. (Bild: Gabi Schoenemann/pixelio.de)

Keine andere Institution auf der Welt wird so oft, so scharf und so leidenschaftlich kritisiert wie die katholische Kirche. Forderungen nach Reformen und Wünsche nach einer liberaleren Kirche erreichen den Vatikan und die Aussenstellen des Heiligen Stuhls im Stundentakt. Angebracht werden die Beanstandungen dieser Tage primär von Konfessionslosen und Laien. Kircheninterne Kritik wird kaum noch wahrgenommen oder prallt spätestens an der theologisch geleiteten Erinnerung im Dienste des religiösen Gedächtnisses ab.

Fehlendes VerantwortungsgefĂĽhl

Aufgeschlossener Aktionismus ist dem starrem Folgen von angeblich zementierten Lehren des Patriarchats gewichen. Nicht nur bei Kardinal Gerhard Ludwig Müller, der Anfang Mai als Präfekt der Glaubenskongregation vor einer Anpassung der katholischen Lehre zur Ehe an den Zeitgeist in Europa gewarnt hat: «Die Kirche kann ihre Lehre über die Sakramentalität der Ehe nicht ändern.» Sollte das effektiv die Mentalität der katholischen Obrigkeit widerspiegeln, stellt sich die Frage: Wer sonst, wenn nicht sie? Die Kirche wird seit jeher von Menschen gefestigt, geformt, verändert und weiterentwickelt.

Kuschende Kleriker

Ein Auswuchs dieser starren Lethargie zeigte sich jüngst in der Gemeinde Bürglen im Schweizer Kanton Uri. Der langjährige Pfarrer des 4000-Seelen-Dorfes, Wendelin Bucheli, erteilte im Oktober 2014 einem homosexuellen Paar den Segen. Als das zuständige Bistum Chur Wind davon bekam, legten sie dem Pfarrer einen Rücktritt nahe und drohten ihm gar mit einer Zwangsversetzung. Die Schweizer Bischofskonferenz bekräftigte im März dieses Jahres, dass die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare abzulehnen sei. Die Segnung widerspreche der Lehre, und die Bischöfe könnten diese nicht ändern.

Aufgrund des immer frostiger werdenden, dogmatischen Winds aus dem Bistum Chur gab der Pfarrer klein bei und schoss die Solidaritätsbekundungen von fast 44 000 Laien, Konfessionslosen sowie einigen Kolleginnen und Kollegen, die für ihn in einer Onlinepetition Position bezogen haben, in ebendiesen Wind.  Wendelin Bucheli entschied sich im Angesicht einer drohenden Versetzung für den Weg des geringsten Widerstands: die aufgezwungene kuriale Politik der ruhigen Hand anzunehmen. Maulkorb inklusive.

Beginn bei der Menschlichkeit

Der Aktionsradius der kirchlichen Spitze hängt stets von der Kooperationsbereitschaft der Ortskirchen ab. Trotzdem ist die gescheiterte Revolution nicht auf das schuldhafte Versagen eines Einzelnen zurückzuführen, der das Nagen an den Pfeilern noch vor der ersten Erschütterung einstellte. Es scheint sich eine immer offenkundigere und dramatischere Auslegungsverschiedenheit zwischen den überlieferten religiösen Deutungen und den Wahrnehmungen und Bedürfnissen der Öffentlichkeit und den unmittelbar Betroffenen eingestellt zu haben.

Solange sich Kleriker bei der angemessenen Entfaltung von der kirchlichen Hierarchie einschränken lassen, klemmen sie ihren menschlichen Eigeneinsatz für Versöhnung, Gemeinschaft und Frieden ab. Die zögernde Haltung wird zum Grunddilemma, das den aufgenommenen Kompromisscharakter des Zweiten Vatikanischen Konzils im Keim erstickt. Dadurch erleuchtet am Horizont nicht der dringend notwendige Paradigmenwechsel, sondern erlischt das Erinnerungsbild an eine obsolete Denktradition.

Papst – auf Lebenszeit?

Franziskus sagt, dass er einen Rücktritt nach dem Vorbild seines Vorgängers nicht ausschliesse. Mit solchen Gedankenspielereien erwärmt der Argentinier die Debatte, die seit der Demission von Papst Benedikt XVI. sporadisch aufflammt: Ist das Pontifikat auf Lebenszeit noch zeitgemäss?

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Papst Benedikt XVI. beendete sein Pontifikat frĂĽhzeitig. Wird es ihm Franziskus gleichmachen? (Bild: katholisches.info)

«Ich glaube, Benedikt hat mit viel Mut eine Tür für emeritierte Päpste geöffnet», erklärt Papst Franziskus in einem Interview mit dem mexikanischen Fernsehsender «Televisa». Weiter glaubt der Argentinier, dass sein Herr ihn lediglich für ein Pontifikat berufen habe, das höchstens vier oder fünf Jahre andauern werde. Bereits im August des letzten Jahres äusserte der 78-Jährige erste Gedanken über seinen Tod und bliess dabei temporal in ein ähnliches Horn: «Sollten meine gesundheitlichen Beschwerden überhandnehmen, werde ich vermutlich schon in zwei bis drei Jahren zum Herren zurückkehren.»

Mit seinen Ausführungen lässt der Jesuiten-Papst mutmassen, dass er seinen Abschied zumindest in den Grundzügen unlängst geplant hat und die Amtsniederlegung auf der Basis seines Vorgängers als salonfähig etablieren möchte.

RĂĽcktritte nicht als Ausnahme sehen

Weiter wünschte sich Franziskus, dass Rücktritte künftig nicht mehr als Ausnahme gesehen werden. Die Formulierung zum Pontifikats-Rücktritt im Codex des Kanonischen Rechtes lässt die Amtsablegung ebenso unbehelligt erscheinen. Keine Etikette, kein Ritus und kein Usus, lediglich ein eindeutiger Entscheid ist notwendig, der nicht einmal von irgendjemandem bestätigt werden muss: «Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch, dass er von irgendwem angenommen wird.» (Can. 332, §2). Dass der Rücktritt aus freien Schritten erfolgen und öffentlich verkündet werden muss, wurde erst 1983 bei der Neufassung des Kirchenrechts unter Papst Johannes Paul II. in den Kanon aufgenommen.

Dessen ungeachtet muss bedacht werden, dass die Wahl eines Papstes ad vitam laut kirchlichem Recht als heiliges Gesetz gilt. In der Praxis wird gelebt, dass lediglich gravierende GrĂĽnde wie Verfolgung oder Exil fĂĽr einen RĂĽcktritt geltend sind. Die Formulierung im Codex Iuris Canonici kann demnach auch nur als HintertĂĽr betrachtet werden.

Einschneidende Ă„nderung der Wahrnehmung

Durch die historische Konkretion des Papsttums als sozial und politisch existentes Modell der Dauerhaftigkeit hat der Stuhl Petri wie kaum ein zweites Amt auf dieser Welt Legitimation. Ein Perspektivenwechsel hinsichtlich der Amtszeit hätte weitreichende Folgen für die zeitgeschichtliche Betrachtung der Stabilität der Institution.

Trotz einer historisch-kritischen Aufbereitung des Pontifikats bleibt die jahrtausendalte Bewährung eine historisch rein menschliche Leistung. Das Papsttum baut auf einem Bekenntnis auf. Es ist ein Menschenwerk, nicht die Verwirklichung eines göttlichen Auftrags oder gar Gottes wirkender Wille.

Der Papst ist kein Fels

Der Auftrag, der Jesus Christus dem Apostel Petrus erteilt hat, bildet das einzige zentrale Zeugnis, das das Pontifikat als göttlichen Auftrag ausweisen soll. Dabei gibt die Überlieferung der Verse einige Probleme auf, wird von Kirchenhistorikern wie beispielsweise dem protestantischen Theologen Adolf von Harnack als späterer Einschub gehalten. Dafür spricht, dass das Wort Christi ausserhalb von Matthäus in den Parallelevangelien des Johannes, Lukas und Markus keine entsprechende Erwähnung findet. Ausserhalb der Bibel findet dieser Auftrag in den ersten zwei Jahrhunderten ebenfalls keine Erwähnung. So wie die Irrtumslosigkeit des Papstes erst im Ersten Vatikanischen Konzil von 1870 verkündet wurde, ist auch das Pontifikat auf Lebenszeit nicht in einen Felsen gemeisselt.

RĂĽckschritt durch Fortschritt

Papst Franziskus sprach sich erstmals offen gegen die Todesstrafe aus, und liess damit nicht nur ihm gutgesinnte Personen ĂĽberrascht aufhorchen. Ein Sinnbild der abgebrannten Sittlichkeit von Katholiken und Kirche, wenn es verblĂĽfft, dass sich der Pontifex fĂĽr die Einhaltung eines der zehn Gebote stark macht.

Mit seinen brĂĽderlichen Botschaften ĂĽberrascht Franziskus auch nach eineinhalb Jahren immer noch. Aber warum? (Foto: FRANCO ORIGLIA/Getty Images)

Beflügelt vom Revolutionsgeist der Familiensynode rief Papst Franziskus am Donnerstag zur Abschaffung der Todesstrafe auf. Obwohl der Argentinier bereits zu seiner Zeit als Kardinal in Buenos Aires regelmässig Füsse von Häftlingen wusch, staunten sowohl Befürworter als auch Kritiker über die unumwundene Fürsprache von Franziskus, dass Sträflinge in Zukunft humaner behandelt werden sollen. Die ausgelöste Überraschung ist ein Armutszeugnis: Schliesslich ist der Richtsatz des Nicht-Tötens bereits in den zehn biblischen Geboten – den Grundgesetzen des christlichen Lebens – verankert.

Sturm im Wasserglas

Dass der Jesuiten-Papst mit seinen Botschaften der Nächstenliebe auch nach eineinhalb Jahren im Amt immer noch viele Menschen verdutzt, verdeutlicht das verkommene Vertrauen der Gesellschaft in die katholische Kirche.

Dass die Kirche in der neuzeitlichen Geschichte einen derart immensen Image-Schaden hat, ist nicht nur auf die Vertuschung von Pädophilie-Skandalen und monetäre Machenschaften zurückzuführen. Den immerwährenden Schaden erzeugt die Kirche durch erzkonservative Moralvorstellungen, die nicht nur in den Grundgedanken diskriminierend, homophob und frauenfeindlich sind. Für jeden Kübel Wasser, den Papst Franziskus aus dem sinkenden Kirchenschiff leert, spült der Sturm der Rückständigkeit Kubikmeter an neuen Wassermassen in den Kahn.

Für die brüderlichen Vorhaben und Gedanken darf man dem Papst durchaus zujubeln. Allerdings sollte man sich darüber im Klaren sein, dass er sich auf einem Festzug ins Nichts befindet, solange die erzkonservativen Kardinäle ihren fortschrittlichen und revolutionären Gefährten im Vatikan zahlenmässig überlegen sind.

Verbleib oder Verwässerung

Es wäre falsch, den Schwarzen Peter rein in die erzkonservativen Kreise des Vatikans zu schieben. Schliesslich vertreten auch sie mit genau so viel Recht christliche Ethik, die durch biblische Texte ihre theoretische Berechtigung findet. Ob diese Berechtigung noch zeitgenössisch ist, spielt dabei keine Rolle. Es muss nämlich durchaus berücksichtigt werden, dass sich viele Katholiken nicht wünschen, dass ihre Kirche gesellschaftlichen Strömungen nachgibt und sich durch freiheitliches Gedankengut berieseln lässt.

Den Weg gemeinsam gehen

Bei der dringend notwendigen Erschliessung eines Mittelweges schlüpft Papst Franziskus mustergültig in die Rolle des Hirten. Seine Bereitschaft zu Kompromissen bewies er zuletzt bei der Familiensynode. Nach Angaben der Teilnehmer habe er diese aufmerksam mitverfolgt, ohne direkt einzugreifen. Damit zeigt er, dass die Zukunft der Kirche in den Händen einer brüderlichen Konsensfindung liegt. Sobald diese vorliegt, und man sich wieder auf die altchristlichen Werte der Nächstenliebe zurückberuft, sollte es auch niemanden mehr überraschen, wenn Papst Franziskus an Grundwerte des Menschen erinnert.

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Der Artikel erschien zusätzlich auf hpd.de.