Auserwählt von den YouTube-Göttern

FĂĽnf Jahre lang hat mein kleines Gaming-Video auf YouTube rund 200 Views pro Tag verzeichnet. Seit dem 1. April jedoch sind es ĂĽber 30 000. Und das durch reinen Zufall.

​

Eigentlich hausiere ich damit nicht sehr gerne. Aber ich habe einen kleinen Gaming-Channel auf YouTube, der sich primär mit der Computerspielserie «The Elder Scrolls» beschäftigt. Elder Scrolls ist eine aus Rollenspielen bestehende Game-Reihe, die derzeit zwölf Titel umfasst. Seit dem Release des fünften Teils ist Elder Scrolls auch einem grösseren Publikum bekannt: Mit 20 Millionen verkauften Kopien ist «Skyrim» (2011) eines der zwanzig meistverkauften Spiele aller Zeiten.

Meine Videos jedoch können weder mit dem Erfolg des Spiels, noch mit den professionellen Produktionen der Berufs-YouTuber mithalten: Sie sind schlecht geschnitten, haben kein Konzept und entstehen je nach Lust und Laune. Kurz: Sie bieten selten einen Mehrwert ausserhalb der reinen Unterhaltung.

So auch mein bisher einziges, erfolgreiches Video: Zu sehen ist ein Zauberer auf der Insel Vvardenfell, dem Spielort von «Morrowind» (2002). Durch geschicktes Austricksen des Leveling-Systems habe ich es geschafft, dass der «Akrobatik-Level» meines Charakters bei 3000 ist. Normalerweise ist das Level-Maximum bei 100. Das heisst, dass mein Charakter mit einem einzigen Hüpfer vom südöstlichsten bis zum nordöstlichsten Punkt der Map fliegen kann. Das scheint den Leuten zu gefallen, immerhin verzeichnete das Video über die letzten fünf Jahre rund 200 Views pro Tag.

Von zwei zu über 50 Kommentaren am Tag

Durch Sinnlos-Videos wie diese habe ich es geschafft, in den letzten elf Jahren rund 600 treue Abonnenten an meinen Channel zu binden. Laut der Social Media-Statistikwebsite «SocialBlade» lande ich damit auf dem ernüchternden, 2 000 000sten Platz der erfolgreichsten YouTube-Channel.

Da YouTube fĂĽr mich aber von Anfang an nur ein Hobby war, war ich damit zufrieden. Ich erfreute mich an den rund zwei Kommentaren pro Tag und versuchte den Gamern, die sich nach dem Spielen von Skyrim auch ĂĽber die frĂĽheren Teile der Serie informieren wollten, ein paar Tipps zu geben.

Am ersten April jedoch wurde diese familiäre Idylle zerstört: Plötzlich wurde ich auf dem Smartphone nicht mehr über zwei neue Kommentare pro Tag benachrichtigt. Viel mehr waren es um die fünfzig. Und sie alle galten dem springenden Zauberer, der seinen majestätischen Hopser für mittlerweile 30 000 Menschen pro Tag vollführt.

Kommentarflut bei Spurensuche

Ich ging davon aus, dass eine grössere Gaming-Seite das Video entdeckt und es in einem Beitrag geteilt hat. Dies, weil das in den letzten fünf Jahren bereits zwei, dreimal passiert ist. Doch die Videostatistiken zeigten, dass es etwas Anderes sein musste: Der Zugriff durch externe Quellen lag weiterhin bei 4 Prozent.

Als ratloser YouTube-Laie habe ich deshalb einfach mal in die Kommentarspalte gefragt, woher sie denn alle kommen. Nach nur fünf Minuten erhielt ich schon dutzendmal die gleiche Antwort: Das Video ist in der «Empfohlen»-Liste aufgetaucht, die seit einigen Jahren prominent und auf jeden persönlich zugeschnitten auf der Startseite von YouTube präsentiert wird.

Einer der Kommentatoren fasste diese kuriose Situation am besten zusammen: «You’ve been chosen by the YouTube Gods». Denn das Video landete nicht nur bei Gaming-interessierten Usern. Sondern auch bei Menschen, die sich überhaupt nicht für diese Materie interessieren und noch nie etwas von Elder Scrolls gehört haben.

Geld und Abonnenten durch «Fehler»

Wieso der YouTube-Algorithmus mein fünf Jahre altes Video plötzlich in die Empfohlen-Liste von mindestens 300 000 Usern gespült hat, kann wohl nie abschliessend geklärt werden. Auch frage ich mich, wie vielen weiteren unbekannten YouTubern dies auch schon widerfahren ist.

Was mir jedoch klar wurde, ist, wie einflussreich die Videoplattform von Google sein kann: durch diesen «Algorithmus-Fehler» habe ich in den letzten fünf Tagen rund 150 neue Abonnenten gewonnen. Ebenso durfte mir Google gestern einen dreistelligen Betrag überweisen, da ich vor dem Video Anzeigen geschaltet habe. Und es scheint, als würde dies noch einige Tage so andauern. Ohne, dass ich wirklich etwas dafür geleistet habe.

Advertisements

Interviews mit zwei atheistischen FlĂĽchtlingen

Wie viele Flüchtlinge aus muslimischen Ländern Atheisten sind, wisse niemand. Manchmal werde ihnen nicht geglaubt. Und oft würden sie sich vor Mobbing oder Gewalt fürchten, schreibt Die Zeit. Auf diesem Blog habe ich bereits zwei Flüchtlinge aus Nationen mit der Staatsreligion Islam vorgestellt.

atheismus
Bild: SANDRO BUCHER

«Ich habe immer noch Hoffnung» – Interview mit Kacem El Ghazzali, Marokko

Weil er nicht an Gott glaubt, wurde Kacem El Ghazzali in seiner Heimat Marokko mehrfach attackiert und mit dem Tod bedroht. Vor vier Jahren ist der 24-Jährige in die Schweiz geflüchtet und hat sein altes Leben hinter sich gelassen. Seine Überzeugung bleibt ungebrochen, auch wenn er damit weiterhin sein Leben riskiert. Link zum Interview.

«Es besteht die Gefahr eines BĂĽrgerkriegs» – Azam Khan, Bangladesch

Anfang April wurde der säkulare Blogger Nazimuddin Samad in Bangladesch auf offener Strasse ermordet. Wie bereits sechs Kritiker des radikalen Islamismus vor ihm. Einer von Nazimuddins Freunden, Azam Khan, lebt heute in der Schweiz. Auch er steht auf einer von islamistischen Gruppen zusammengestellten Todesliste von Atheisten. Link zum Interview.

Warum geniesst die katholische Kirche wieder mehr Vertrauen?

Laut einer österreichweiten Umfrage zum Thema Glaubwürdigkeit geniesst die katholische Kirche das Vertrauen von 46 Prozent der Bevölkerung. Das sind elf Prozent mehr als im letzten Jahr. Wie dieser Aufstieg zu erklären ist, zeigt unter anderem ein Blick auf die anderen Gewinner und Verlierer dieser Umfrage.

751388_original_R_by_Isabella Pechlivanis_pixelio.de
Der Vatikan geniesst, zumindest in Ă–sterreich, wieder ein hohes Mass an Vertrauen. (Foto: ISABELLA PECHLIVANIS/pixelio.de)

Fast jeder zweite Mensch in Österreich schenkt der katholischen Kirche sein Vertrauen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die unter anderem von dem sozialwissenschaftlichen Institut Sora durchgeführt wurde. Und auch bei den abgefragten Persönlichkeiten glänzt die Kirche: Papst Franziskus erreicht mit 82 Prozent den zweiten Platz hinter Ski-Star Marcel Hirscher, dem 83 Prozent der befragten Personen vertrauen.

Was glaubwĂĽrdig macht

Auch wenn Katholikinnen und Katholiken in Ă–sterreich noch immer in der Mehrheit sind (60 Prozent), ĂĽberrascht dieses hohe Mass an Vertrauen. Vor allem, wenn man sich ansieht, anhand welcher Eigenschaften das Vertrauen gemessen wurde:

SORA_Folie
(Screenshot: Folie klar.SORA GlaubwĂĽrdigkeitsranking 2016)

Die stärksten statistischen Zusammenhänge mit Glaubwürdigkeit zeigen laut den Befragern folgende Beschreibungen: «ist ehrlich», «tut, was er/sie sagt» und «hält, was er/sie verspricht»; fast gleich stark wirken «ist offen und transparent» sowie «bei ihm/ihr passt alles zusammen», schreibt ORF.

Auch ohne viel Zynismus und Spott ist kaum von der Hand zu weisen, dass viele dieser Eigenschaften bei der katholischen Kirche nur wenig oder gar nicht zutreffen. Wie aber sind diese positiven Entwicklungen dann zu erklären?

«Der Franziskus-Effekt»

In den Skandaljahren 2010 bis 2013 verlor die Kirche nicht nur ihre Glaubwürdigkeit, sondern auch das Vertrauen hunderttausender Katholiken. Viele Gläubige konnten über die Pädophilie-Vorwürfe an ranghohen Bischöfen, Priestern und Pfarrern nicht hinwegsehen und wendeten der Kirche den Rücken zu. Die Beliebtheit der Kirche war auf einem neuen Tiefpunkt, die Zahl der Kirchenmitglieder sank täglich im vierstelligen Bereich.

Damals stellten sich viele Theologen und Laien nach dem RĂĽcktritt von Benedikt XVI. die Frage: Kann ein einzelner Mann das Schiff Petri wieder auf Kurs bringen? Mittlerweile hat Franziskus bewiesen: Ja, er kann. Auch wenn er im Vatikan selbst nur wenig bewegt, findet durch seine zukunftsgerichteten und liberalen Aussagen ein Umdenken in der Ă–ffentlichkeit statt. So wie vor ein paar Tagen, als er sagte, dass Homosexuelle, Frauen, Geschiedene und ausgebeutete Kinder eine Entschuldigung fĂĽr ihre Behandlung durch die Kirche verdient haben.

Seit Franziskus Papst ist, findet ein Akt der Entrümpelung altbewährter Traditionen und Ansichten statt. Denn auch ihm war klar, dass an ihm die Glaubwürdigkeit der Kirche neu bemessen werden würde. So hat der sogenannte «Franziskus-Effekt» auf jeden Fall sehr viel damit zu tun, dass die Kirche derzeit einen Frühling der Vertrauenswürdigkeit erlebt.

Schwere Zeiten

Ein nicht minder wichtiger Faktor ist die momentane gesellschaftliche und politische Unsicherheit in Europa: Viele Menschen, auch solche, die sich nicht als Christen bezeichnen, verlangen derzeit von den Kirchen klare Haltungen und Mithilfe bei aktuellen Problemen, wie beispielsweise der Flüchtlingssituation. Denn dass sich Menschen in Krisensituationen oft zum Glauben hinwenden oder sich wieder ihrer religiösen Wurzeln bewusst werden, zeigte sich in der europäischen Vergangenheit schon des Öfteren.

Auch drückt sich die momentane Unsicherheit in den anderen Ergebnissen der Glaubenswürdigkeits-Umfrage aus: Der österreichischen Regierung vertrauen nur noch 30 Prozent (-7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), der EU-Kommission 25 Prozent, Eva Glawischnig, einer österreichischen Grünen-Politikerin, nur noch 42 Prozent (-9 Prozent) und  Angela Merkel nur noch 45 Prozent (-25 Prozent!).

«Es besteht die Gefahr eines BĂĽrgerkriegs»

Anfang April wurde der säkulare Blogger Nazimuddin Samad in Bangladesch auf offener Strasse ermordet. Wie bereits sechs Kritiker des radikalen Islamismus vor ihm. Einer von Nazimuddins Freunden, Azam Khan, lebt heute in der Schweiz. Auch er steht auf einer von islamistischen Gruppen zusammengestellten Todesliste von Atheisten.

azam_khan
Azam Khan. (Bild: zVg)

Ostersonntag. Die Strassen sind wie leergefegt, dicke Nebelschwaden hängen über dem Kanton Thurgau. In der beschaulichen Gemeinde Tobel-Tägerschen hat der säkulare Blogger Azam Khan eine neue Heimat gefunden. Eine Heimat, in der er das Haus verlassen kann, ohne mit einem Angriff auf sein Leben zu rechnen.

Auch heute hat er schlecht geschlafen. Wie jeden Morgen nach dem Aufstehen blickt er auf sein Handy und hofft, dass der Bildschirm frei von Schreckensnachrichten aus seiner Heimat bleibt. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein weiterer Freund auf dem Weg nach Hause, zur Arbeit oder zur Universität brutal ermordet wird“, sagt der 32-jährige Bengale, der durch seine einnehmende und schĂĽchterne Art wesentlich jĂĽnger wirkt.

Am nächsten Tag, Ostermontag, hat das Gericht von Bangladesch einen Antrag auf die Streichung des Islam als Staatsreligion abgelehnt. Die Kammer aus drei Richtern wies den Antrag innert Minuten zurück, wie ein bengalischer Journalist berichtete. Wenige Tage später ereilte Azam die Nachricht vom Tod seines Freundes, Nazimuddin Samad.

Mediale Hetze gegen Atheisten

„Die Konflikte zwischen uns säkularen Bloggern und den radikalen Islamisten begannen 2013, sieben Jahre nachdem wir unseren Blog gegrĂĽndet haben“, erzählt Azam. In den ersten sieben Jahren seien die säkularen Freidenkenden von der Regierung noch nicht als Bedrohung wahrgenommen worden. Das änderte sich, als die religiös-konservative Bangladesh Nationalist Party öffentlich gegen die Blogger hetzte und auch die Staatsmedien dazu trieb, Propaganda gegen Atheisten zu betreiben. „Täglich war in gewissen Zeitungen zu lesen, dass Ungläubige böse Menschen seien, die dem Land schaden wollen.“

Leben auf der Todesliste

Wenige Tage nach der ersten öffentlichen Kundgebung der Bangladesh Nationalist Party wurde ein GrĂĽnder des Blogs auf offener Strasse mit Macheten ermordet. Zwei Jahre später wurde ein atheistischer Blogger während einer Buchmesse in der Hauptstadt Dhaka erdolcht. „Sie beide standen auf einer von islamistischen Gruppen zusammengestellten Abschlussliste von Atheisten. Zusammen mit 84 anderen Menschen, die von den Fanatikern zum Abschuss freigegeben wurden. Zu diesen zähle auch ich heute noch.“

Die sunnitischen Gruppierungen nennen sich Hefazat-e-Islam und Jamaat-e-Islami. „Diese Organisationen werden von der Bangladesh Nationalist Party beschĂĽtzt“, ist sich Azam sicher. „Auch von Pakistan, Saudi-Arabien, der TĂĽrkei und den USA werden sie finanziell unterstĂĽtzt.“ Dies, um den Handel und die Beziehungen zu dem Land mit vielen Bodenschätzen und reicher Agrikultur aufrecht zu erhalten.

Verfolgung Andersgläubiger

Im dem sĂĽdasiatischen Land ist der Islam erst seit 1988 die offizielle Staatsreligion. Der Militärmachthaber Hussain Muhammad Ershad verankerte diese, um sich den RĂĽckhalt der islamistischen Wählerinnen und Wähler zu sichern. Heute ist Bangladesch mit ĂĽber 80 Prozent Musliminnen und Muslimen in der Bevölkerung eines der islamischsten Länder der Welt. Und radikale Tendenzen und die Gewalt nehmen seit Jahren zu. „Neben Atheisten werden auch Christen und Hindus verfolgt. Aber auch Andersgläubige innerhalb des Islams, beispielsweise Schiiten, Sufis und Ahmadiyya-Muslime“, sagt Azam.

Angst vor einem BĂĽrgerkrieg

Nach dem Tod von Nazimuddin Samad protestierten mehr als 1.000 Studenten auf den Strassen Dhakas gegen die Regierung Bangladeschs. Sie werfen ihr vor, nicht entschieden gegen gewaltbereite Muslime vorzugehen und fordern, dass die Täter so schnell wie möglich gefasst und verurteilt werden. „Es besteht seit geraumer Zeit die Gefahr, dass in Bangladesch ein BĂĽrgerkrieg ausbrechen wird“, sagt Azam.

Das Problem sei, dass Militär und Polizei seit Jahren schleichend islamisiert werden, so Azam. „Das alles begann, als der Islam als Staatsreligion deklariert wurde. Damit öffneten sie auch dem Islamischen Staat (IS) TĂĽr und Tor.“

Ende April wurde ein bengalischer Professor auf offener Strasse mit Macheten ermordet, weil dieser zum Atheismus aufgerufen haben soll. Vor wenigen Tagen wurde ein christlicher Arzt im Westen Bangladeschs auf ähnliche Weise getötet. Zu beiden Morden hat sich der Islamische Staat (IS) bekennt.

Flucht in die Schweiz

Azam Khan gelang die Flucht aus Bangladesch im Februar dieses Jahres. „Ich ging zu der Schweizer Botschaft und verlangte ein Visum. GlĂĽcklicherweise wussten sie ĂĽber die Missstände in der Regierung und die Ermordungen von Bloggern wie mir. Schon nach wenigen Tagen erhielt ich ein Schengenvisum und durfte ausreisen.“

Mit einem Schengenvisum können Personen bis zu drei Monate in der Schweiz bleiben. „In dieser Zeit werde ich weiter auf Facebook bloggen, ein Buch ĂĽber globalen Terrorismus schreiben und Deutsch lernen.“

Sobald sich die Situation in Bangladesch beruhigt, will Azam in seine Heimat zurĂĽckkehren. „In Bangladesch herrscht nur wenig Armut, es gibt genĂĽgend Nahrung und Arbeitsplätze. Wir lebten gut, bevor der Islam zur Staatsreligion wurde.“

___________

Der Artikel erschien auf hpd.de.

Traumberuf Journalist/in – Aus der Sicht von vor 44 Jahren

In einem Berner Brockenhaus habe ich ein interessantes Buch gefunden: «Traumberufe» von Ursula Meier-Hirschi gibt einen kritischen und anschaulichen Einblick in die beliebtesten Jobs junger Schweizerinnen und Schweizer. Dazu zählt auch Journalist/in. Geschrieben wurde das Buch vor 44 Jahren.

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA
Journalist – damals wie heute ein Traumberuf. (Bild: S. HOFSCHLAEGER / pixelio.de)

Er ist zu finden zwischen dem Ingenieur und der Kindergärtnerin. Der Journalist. «Er befindet sich in der landläufigen Vorstellung ununterbrochen auf der Jagd nach dramatischen, welterschütternden Ereignissen. Er trifft mit lauter berühmten Leuten zusammen und lebt in einer Welt der Spannung und des Glanzes.»

Das schreibt Ursula Meier-Hirschi in dem Buch «Traumberufe», in welchem sie einige der beliebtesten Berufe junger Schweizerinnen und Schweizer detailliert und plastisch porträtiert. Veröffentlicht wurde das Buch 1972.

Gespräch mit einer Jungjournalistin

Zu Beginn ihres Porträts möchte Meier-Hirschi einen «weitverbreiteten Irrtum» aufdecken: «Wer gute Aufsätze schreibt, ist noch lange nicht der geborene Journalist. Ein sicheres Sprachgefühl und ein lebendiger Stil sind Voraussetzungen, aber nur zwei von vielen.»

Alles habe eine Kehrseite, so auch die glanzvolle Vorstellung vom Beruf des Journalisten: «Man müsse sich vor ihm in Acht nehmen, denken einige. Es handle sich da vorwiegend um Luftikusse, und mit der Wahrheit würden sie es nicht allzu genau nehmen.»

Um der Wirklichkeit des Berufes auf die Spur zu kommen, trifft sich Meier-Hirschi mit der jungen Journalistin Marie-Louise Stickelberger, die damals «auf der Redaktion einer grossen Schweizer Tageszeitung» gearbeitet hat.

Meine Recherche hat hervorgebracht, dass Stickelberger am 4. Januar 1979 zur verantwortlichen Redaktorin des «Extrablatts der Jungen» und des Ressorts «Mode» der Neuen Zürcher Zeitung ernannt wurde. Von 1983 bis 2001 schrieb sie für den Tages-Anzeiger, wo sie zwischen 1998 bis 2001 einige der «züritipps» verfasste. Von 2004 bis 2006 schrieb sie Kulturhinweise für das mittlerweile eingestellte Ressort «Ticket» der Neuen Zürcher Zeitung. 2009 arbeitete sie laut dem Schweizer Mediendienst «Kleinreport» für die «Theater-Zeitung».

«Viele Wege führen zum Journalismus»

Meier-Hirschi konfrontiert die junge Journalistin mit den Fragen, wie man denn überhaupt zu einer Zeitung komme und wie man über Zeitfragen, wichtige Ereignisse und Spezialgebiete schreiben könne, obwohl es in der Schweiz gar keine Reporterschulen gäbe, wie sie beispielsweise in England seit Jahren bestünden.

«Viele Wege führen zum Journalismus», antwortet die Journalistin, «Oft kommt man auf Umwegen und über ganz andere Berufe dazu. Oder über ein Universitätsstudium, was jedoch keine Bedingung ist.» Heute, also 1972, seien  Berufsverbände bestrebt, den Nachwuchs zu fördern.

Studium und Berufsförderung in den Siebzigerjahren

Ein konkretes Beispiel dieser Nachwuchsförderung der Berufsverbände ist die «Union Romande de Journaux» in der Westschweiz und der «Verein der Schweizer Presse», die Anfang der Sechzigerjahre ein Schulungsprogramm ausgearbeitet haben. Durch dieses können sich Nachwuchsjournalisten während einer zweijährigen Stage bei einer Zeitung oder Zeitschrift die notwendigen Berufskenntnisse aneignen. «Diese Lehrzeit setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen», schreibt Meier-Hirschi, «Gebiete aus Geschichte, Geographie, Soziologie und Politik werden behandelt. Die Stagiaires lernen eine Nachrichtenauswahl treffen, eine Meldung gestalten und präsentieren und werden gründlich in die technische Zeitung eingeführt.»

Lediglich eine theoretische Einführung in den Journalismus bieten die Universitäten von Bern, Zürich, Freiburg, Genf und Lausanne sowie die Handelshochschule (heutige Universität) St. Gallen.

Wache Menschen mit sehr grosser Verantwortung

Aus dem Gespräch mit Stickelberger und ihren Berufskolleginnen und -kollegen schlussfolgert Meier-Hirschi, dass alle Journalistinnen und Journalisten etwas gemeinsam hätten: «Es sind wache Menschen, denen am Herzen liegt, was sich ringsum in der Öffentlichkeit zuträgt. Es sind Menschen mit journalistischem Temperament, einer Mischung aus Neugierde, Hartnäckigkeit, Ausdauer, Unerschrockenheit und Aufgeschlossenheit.»

Die Autorin führt aus, dass Journalistinnen und Journalisten mit beiden Beinen auf der Erde stehen müssen: «Zwischen den Lesern und einem Problem stellen sie eine Brücke her. Mit ihren Artikeln fordern sie zur Diskussion heraus, wirken meinungsbildend, formen an unserem Weltbild mit und tragen eine sehr grosse Verantwortung.»

Zeitung als Gemeinschaftswerk

Am Ende des Porträts fasst Stickelberger den Beruf mit ihren eigenen Worten zusammen: «Journalisten leben am Puls der Zeit, aber nicht nur acht, sondern vierundzwanzig Stunden am Tag. Journalist sein heisst, sich restlos, mit Haut und Haar, seiner Tätigkeit verschieben haben. Es bedeutet auch, immer zuvorderst an der Front zu stehen, was unendlich anregend, aber auch entsprechend aufregend und aufreibend ist.»

Meier-Hirschi rekapituliert folgendermassen: «Mag eine Ausgabe am Schluss noch so glänzend gelungen sein, es gibt keine Stars zu bewundern. Jede Zeitung ist ein Gemeinschaftswerk, ein Zusammenspiel verschiedener Talente, das nur dann funktioniert, wenn jeder Journalist und jeder Redaktor seinem Beruf und nicht seinem Namen zuliebe arbeitet.»

Das Buch «Traumberufe» kann in der Schweizerischen Nationalbibliothek bestellt werden.

Nun sag, wie hast du’s mit der Religion?

Da ich mich sowohl beruflich als auch privat mit Religion auseinandersetze, durfte ich jene Frage, die Gretchen dem Faust in Goethes epochalem Werk stellt, schon öfters beantworten. Nicht selten wird die Gretchenfrage dabei begleitet von dem Nachtrag: «Aber du bist doch Atheist, warum beschäftigst du dich überhaupt mit Religion und der Kirche?»

faust
Faust im Studierzimmer (Gemälde von Georg Friedrich Kersting, 1829)

Im Schweizer Sonnenkanton Tessin erschlich ich mir vor rund siebzehn Jahren meinen ersten, unlauteren Blick hinter die Kulissen der katholischen Kirche. Vor einem tiefliegenden Pfarrhausfenster bat ich meine Grossmutter, auf ihre Schultern steigen zu dürfen, um einen Blick ins Innere des Gotteshauses werfen zu können. Von meinem neuen Aussichtspunkt aus, sah ich direkt auf die Halbglatze des Pfarrers und konnte ihn beim Schreiben eines Briefes beobachten – ein Bild, das sich bis heute bei mir eingeprägt hat.

Weitere Erinnerungen an die ersten Sommerferien in der Südschweiz beinhalten diverse Kirchen-, Kloster- und Kapellenbesichtigungen sowie meine fortwährende Fragerei von «Was bedeutet dieses Symbol?» über «Wer ist dieser Heilige?» bis «Was ist der Unterschied zwischen katholisch und reformiert?». Fragen nach dem «Wieso, Weshalb, Warum» würden erst später folgen. Wie auch Gretchen habe ich in meinen Kindesjahren die Kirche und die Religion nicht hinterfragt und hätte sie wohl dabei bekräftigt, als sie in Goethes Faust die damalige öffentliche Meinung aussprach: «Man muss dran glauben!»

Steigende Meinungsvielfalt

Die Gretchenfrage zeigt auf, wie viel sich seit Goethes Zeiten verändert hat. Fausts zurückhaltendes «Muss man daran glauben?» muss nicht mehr hinter vorgehaltener Hand geflüstert werden. Eine Befragung des Schweizer Bundesamtes für Statistik zeigt, dass 2016 fast jede vierte Person in der Schweiz konfessionslos ist. Gretchen würde das gar nicht gefallen.

Doch konfessionslos heisst noch nicht religionslos, und deshalb befindet sich ein Grossteil der europäischen Bevölkerung vermutlich irgendwo zwischen Faust und Gretchen. Viele Menschen machen sich ein eigenes Bild des Göttlichen, einige setzen auf Esoterik und Astrologie, einige sagen ja zu Gott und nein zur Kirche und wiederum andere sind Religion und Kirche gegenüber indifferent oder gar feindlich.

Bindung durch Distanz

Obwohl ich in der erzkatholischen Innerschweiz aufgewachsen bin und die Grundlagen und die Verfassung der Schweiz stark von sogenannten christlichen Werten geprägt sind, war eine Identifikation für mich nach meinen Kindestagen nie mehr spürbar. Mein fragiler Draht zu Gott und meinem Glauben zerbrach bereits an der ersten, kritischen Auseinandersetzung am Ende meiner Primarschulzeit. Als Folge davon habe ich den Atheismus als für mich richtige Auseinandersetzung mit der Religion entdeckt. Ironischerweise wurde ich durch den subjektiven Religionsunterricht in meiner Entscheidung bekräftigt.

Mein unablässiges Interesse an den Systemen und Menschen hinter der Religion wurde durch diese Distanzierung jedoch nur noch intensiver. Da Gläubige etwas besitzen, das mir fehlt und ich glücklicherweise dennoch nicht vermisse, bleiben die Gespräche mit ihnen für mich stets ertragreich und interessant, sofern sie grundehrlich mit ihrem Glauben umgehen und sie nicht doktrinistisch und gnadenlos festgefahren sind. Aber auch hier begegne ich einer paradoxen Bindung: Je mehr ich mich mit Religion auseinandersetze, desto abwegiger wird es für mich, je einem Glauben anzuhängen.

Förderung des Dialogs

Bücher und Essays von Christopher Hitchens, Richard Dawkins und Sam Harris halfen mir dabei, die zeitgenössische Philosophie der Aufklärung als Gegenstück zur institutionalisierten Religion und blindem Glauben besser zu verstehen und bildeten einen wichtigen Brückenschlag zum Existenzialismus. Religion wurde für mich fassbarer, verständlicher und logischer. Die delphischen Strukturen und Schemen wurden nach und nach aufgebrochen.

Gerade in der heutigen Zeit ist es enorm wichtig, dass man sich wieder intensiver und objektiver mit Religion und Glaube auseinandersetzt. Und dennoch ist in den (sozialen) Medien eine zunehmende Verhärtung der Fronten zu beobachten. Atheistinnen und Freidenker werden nicht ernst genommen oder schiessen polemisch gegen Gläubige, während Christinnen und Christen über Churer Bischöfe und Musliminnen und Muslime über den Islamischen Zentralrat der Schweiz definiert werden. Diese Frontenverhärtung kann und muss durchbrochen werden, um einen differenzierten Dialog mit den Religionen zu ermöglichen. Denn unser gesellschaftliches Zusammenleben ist ohne irgendeine Form der Religion gar nicht denkbar. Sie ist ein Spiegel unserer geistigen Souveränität oder eben Abhängigkeit.

Illusion eines idealen Internets

Shitstorms, Hetzkampagnen und Videos von Enthauptungen lassen den Ruf nach Regulativen im Internet laut werden. Ein neues Thema des Aufklärungsdiskurses wird diskutiert. Eine Medienzensur im digitalen Netz kann und darf aber nicht die Lösung sein.

censored
Nicht nur in elitär geführten Gesellschaften, sondern auch in jenen Teilen der Welt, die sich für aufgeklärt und demokratisch halten, wird der Ruf nach Medienzensur im digitalen Netz laut. (Bild: SANDRO BUCHER)

Das Internet verändert die menschliche Kommunikation so einschneidend, wie dies nur dem Buchdruck, der Reformation und der damit verbundenen «Enthierarchisierung» der Kommunikation zu Beginn der Neuzeit gelang.

Damals wie heute erhofften wir uns durch die neuen Formen der Kommunikation, alle Menschen miteinander zu verbinden und zu einer globalen Gesellschaft ohne Grenzen zu werden. Damals wie heute stellt sich die Frage, ob das Publikum mĂĽndig genug ist, um die verbreiteten Botschaften differenziert genug aufzunehmen, ohne dass es einer Regelung durch Zensur bedarf.

Medienrevolution

Die vernetzte Welt des digitalen Lebensraums lädt aufgrund ihres unerforschten Wesens fortwährend zu Entdeckungsfahrten ein. Jeder Mensch kann sich durch die schier unbegrenzten Kommunikationsmöglichkeiten zu Wort melden und seine Botschaft weltweit Gehör finden lassen. Etablierte Medien scheinen überflüssig zu werden. Doch darf die Autorität des herkömmlichen Journalismus deshalb hinterfragt werden?

Während sich etablierte Medien an Richtlinien und Standards eines nationalen Presserates oder unternehmensinternen Bestimmungen orientieren, zwängt sich ein Grossteil der Menschen in der digitalen Lebenswelt nicht in ein vergleichbares Korsett.

Internet als Ideal

Dieses Ungezwungene entspricht dem „Ideal einer vollkommenen Zeitung“, das der deutsche Schriftsteller Karl Philipp Moritz 1784 formulierte. Für ihn ist der Grundgedanke hinter einer erfolgreichen Aufklärung die Miteinbeziehung aller Bevölkerungsschichten in den Dialog. Die „öffentliche Zeitung“ soll eine mediale Öffentlichkeit schaffen, sie sei ein «unbestechliches Tribunal», «der Mund, wodurch zu dem Volke gepredigt, und die Stimme der Wahrheit, so wohl in die Paläste der Grossen, als in die Hütten der Niedrigen dringen kann.»

Der aktive Austausch über die vermittelten Informationen gehört für Moritz ebenso zur Einbindung aller Menschen in den Dialog: «Eltern, Erzieher, Menschen die in einer Stadt zusammen, oder entfernt leben, könnten sich einander ihre wichtigsten Vorschläge und Entdeckungen mitteilen, und sich durch die Zeitung miteinander über die angelegentlichsten Dinge besprechen.»

Mit der geforderten Partizipation knüpft Moritz an Immanuel Kants „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?“ an. Kant nimmt die Menschen selbst in die Verantwortung, sich aufzuklären um damit zur Unabhängigkeit zu gelangen, denn «Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so grosser Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben.»

Social Media-Terror

Das digitale Neuland wurde im Namen der Freiheit entdeckt. Die Gründerväter dieser Technologien feiern ihre neue Welt bis heute als Ort mit endlosem Freiheitspotential und würden in ihrer Euphorie auch von Kant und Moritz gestärkt werden. Doch die Vision, eine „digitale Basisdemokratie“ zu schaffen, birgt auch seine Gefahren.

Das Internet wird von terroristisch agierenden Milizen wie dem Islamischen Staat (IS) genutzt, um ihre Hassbotschaften und vergifteten Vorstellungen von Religion zu proklamieren. Zusätzlich nutzt der IS die Sozialen Medien, um neue Mitglieder zu rekrutieren. Twitter reagiert, wenn auch mit schwulstiger Sorgfalt. Der Mikroblogging-Dienst beruft sich auf seine selbstauferlegte Neutralität, die Mündigkeit seiner Nutzer und die freie Meinungsäusserung, die er auf seiner Kommunikationsplattformen gewähren will.

Mehr denn je drängt sich nicht nur die Frage auf, ob es für Inhalte im Internet ebenso Regulierungen und Grenzen braucht wie für etablierte Medien, sondern auch, ob solche Normierungen auf globaler Stufe sowohl rechtlich als auch kulturell und gesellschaftlich überhaupt umsetzbar sind.

Differenzierung und Einschränkung

«Auch das Elend und die Armut in den verborgnen Winkeln muss aufgedeckt, und nicht aus einer falschen Empfindsamkeit vor unserm Blick in Dunkel eingehüllt werden», schreibt Moritz in seinem Konzept der vollkommenen Zeitung und spricht sich damit gänzlich gegen eine Zensur von Unmenschlichkeit und Terror aus, fordert aber einen differenzierten und aufklärerischen Ansatz, der in das Gezeigte einfliessen muss: «Das Elend, wenns einmal da ist, muss unter uns zur Sprachen kommen, und auf Mittel gedacht werden, wie man demselben abhelfen kann.»

Dienen Videoaufnahmen von Enthauptungen als unabdingbares Anschauungsmaterial, oder taugen sie lediglich zum Stillen der Sensationsgier des Publikums? Eine mediale Thematisierung des Terrors und ein Abwägen von möglichen Lösungsansätzen gegen extremistische Ideologien müsste in einer aufgeklärten Gesellschaft auch ohne das gezeigte Bildmaterial möglich sein.

Grenzen der Freiheit

Die von Moritz formulierten Ideale einer vollkommenen Zeitung werden zu Recht kritisch hinterfragt. Globale Konsequenzen wurden vom deutschen Schriftsteller nicht berücksichtigt. Das Internet würde unter seinen Wertvorstellungen zu einem Nährboden und Brutplatz für Terrorismus verkommen.

Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. Dieser Gedanke kann nicht isoliert von den Grundsätzen der Aufklärung betrachtet werden. In der „Dialektik der Aufklärung“, die Max Horkheimer und Theodor Adorno 1944 formulierten, behaupten die beiden Sozialphilosophen, dass ebendieses Denken schon den Keim zu jenem Rückschritt enthalte: «Nimmt Aufklärung die Reflexion auf dieses rückläufige Moment nicht in sich auf, so besiegelt sie ihr eigenes Schicksal.»

Ob ein Korsett der Regulierungen und Zensur das Endprodukt attraktiver macht, oder ob ihm dieser SchnĂĽrleib lediglich die Luft zum Atmen nimmt, ist je nach Sichtweise des Rezipienten unterschiedlich.

Aufklärung durch Eigenverantwortung

Es ist immanent, dass jeder Mensch etablierte und neue Medien sowie deren Autoritätsanspruch fortwährend hinterfragt. In der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ festgehaltene Artikel wie «Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie Meinungsäusserung; dieses Recht schliesst die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhängen sowie über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten» werden für das Internet beharrlich ihre Geltungsdauer haben, da Normierungen an der Mauer der Anonymität und Globalisierung gnadenlos zerbrechen.

Eine Umsetzung jedwelcher Zensur im Internet ist ein Kampf gegen WindmĂĽhlen. Es liegt, frei nach Kant, in der Verantwortung jedes Menschen, sich durch eigene Bearbeitung seines Geistes aus der UnmĂĽndigkeit herauszuwickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.