«Verleger werden die guten Journalisten nicht halten können»

Vom Macher zum Denker: Nach seinem Abgang bei «watson» denkt Hansi Voigt intensiv ĂŒber die Zukunft des Journalismus nach. Ein Gedankenprotokoll, aufgezeichnet durch Sandro Bucher und Janosch Tröhler.

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Hansi Voigt – vom Macher zum Denker. (Bild: JANOSCH TRÖHLER)

Guter Journalismus wird nie gratis sein. Das ist eine Illusion. Bis jetzt finanzieren sich die Verlage durch Aufmerksamkeit – monetarisiert dank Werbung. Das funktioniert allerdings immer weniger, weil das Publikum den klassischen Werbefeldern immer weniger Beachtung schenkt. Leserinnen und Leser zahlen auch mit ihren Daten wie bei Facebook. Auch da können sich die Verleger ĂŒberlegen, wie sie diese Informationen zu Geld machen können.

«Katzenvideos werden die Demokratie nicht bewahren»

Letztlich sind es bloss pauschale Fragen rund um das Finanzierungsmodell der Werbung, die ganz klar einen trashigen Journalismus fördern. «Watson» hat neben volkswirtschaftlichen Analysen auch Katzenvideos produziert. Weshalb? Weil ein Artikel, fĂŒr den der Journalist einen Tag investiert hat, nicht ohne die Quersubventionierung durch die Aufmerksamkeit des Catcontents finanziert werden kann.

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Von Sportlern mit SuperkrĂ€ften und breitbeinig sitzenden MĂ€nnern

Von Februar bis Juni 2016 habe ich ein Praktikum bei der in der Schweiz fĂŒhrenden Fachredaktion fĂŒr Wissenschaftsjournalismus, Scitec Media, absolviert. WĂ€hrend dieser Zeit entstanden sieben Artikel, die in den Wissensseiten der 20 Minuten publiziert wurden. Hier kann man sie nachlesen.

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Bild: SANDRO BUCHER

Sport-Asse haben den Zoom-Blick

Erfolgreiche Sportler haben die FÀhigkeit, BÀlle vergrössert zu sehen. Das lÀsst sich trainieren. Link zum Artikel.

Schizophrenie trifft FlĂŒchtlinge hĂ€ufiger

Millionen Menschen sind heute auf der Flucht. Darunter leidet ihre psychische Gesundheit. Link zum Artikel.

Sexistische Games rauben MĂ€nnern das MitgefĂŒhl

Durch das Spielen von sexistischen Games empfinden MĂ€nner weniger MitgefĂŒhl fĂŒr weibliche Gewaltopfer. Das zeigt eine US-Studie. Link zum Artikel.

MĂ€nner, die breitbeinig im ÖV sitzen, nerven Frauen

Viele MĂ€nner spreizen beim Sitzen ihre Beine weit auseinander. In den USA geht man nun dagegen vor. Link zum Artikel.

Schon ein gelegentlicher Klaps schadet Kindern

Schweizer Eltern ist es erlaubt, ihre Kinder zu schlagen. Doch bereits einige Ohrfeigen schaden, zeigt eine US-Studie. Link zum Artikel.

Mit diesen cleveren Tricks lernen sie viel leichter

Viele Lehrlinge und Studenten bereiten sich derzeit auf ihre AbschlussprĂŒfungen vor – die meisten jedoch falsch. 20 Minuten zeigt, wie es richtig geht.
Link zum Artikel.

Unsere Vorurteile beeinflussen, wie gut Kinder lesen

MÀdchen lesen besser als Jungs. Doch wird die LesefÀhigkeit unter spielerischen Bedingungen getestet, wendet sich das Blatt. Link zum Artikel.

«Mein Senf»: Religiöse Macht und Ohnmacht

Das Schweizer Radio Fernsehen verfĂŒgt als einziges Medienhaus in der Schweiz ĂŒber eine Fachredaktion, die sich ausschliesslich mit Fragen des Glaubens und der Religion beschĂ€ftigt. Das es mit diesem lobenswerten Engagement alleine in der Schweizer Medienlandschaft steht, ist bedenklich, scheint doch gerade in der heutigen Zeit eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesen Themen so wichtig. Wie aber geht das SRF mit der Verantwortung um, die sie sich mit einem «medialen Religions-Monopol» geschaffen hat? «Mein Senf» dazu auf SRG Insider.

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«Sendungen wie das „Wort zum Sonntag“ sind in unserer pluralistischen Gesellschaft nicht mehr zeitgemĂ€ss.» Illustration: SRG INSIDER

Dass SRF mit seinem lobenswerten Engagement alleine in der Schweizer Medienlandschaft steht, ist bedenklich, scheint doch gerade in der heutigen Zeit eine differenzierte Auseinandersetzung mit diesen Themen so wichtig. Im Jahr produziert die SRF-Religionsredaktion rund 400 journalistische BeitrĂ€ge. Diese können in zwei Gruppen unterteilt werden: Sendungen ĂŒber Religion und religiöse Sendungen.

Mit Sendungen ĂŒber Religion wie den Sternstunden leistet die SRF-Religionsredaktion einen essentiellen und mehr oder weniger ausgewogenen Beitrag in der Schweizer Medienwelt. Gleichzeitig hĂ€lt sie aber an religiösen Sendungen fest, die in unserer pluralistischen Gesellschaft nicht mehr zeitgemĂ€ss sind: Im â€čWort zum Sonntagâ€ș werden Gedanken aus sogenannt christlicher Sicht vermittelt. Dabei kommen Theologinnen und Theologen der drei Landeskirchen sowie ab und an ein Vertreter der evangelisch-methodischen Kirche zu Wort.

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Atheisten sind…

Nachdem Atheisten diese Woche mit Psychopathen gleichgestellt und als grosses Risiko fĂŒr die Welt bezeichnet wurden, habe ich mir die Frage gestellt, was nichtglĂ€ubige Menschen sonst noch sind und denken. Um das herauszufinden, habe ich sĂ€mtliche in der Schweizer Mediendatenbank sowie in Google News archivierten Texte der letzten fĂŒnf Jahre durchforstet, die Antworten darauf geben wollen, was Atheisten ausmacht.

Bild: SANDRO BUCHER

«[
] Atheisten sind auch bloss Menschen. Auch sie suchen letztlich Frieden, wollen geliebt werden und lieben, sorgen sich um den Planeten. Sie glauben an sich selbst und an die Welt. Der Glaube ist der Punkt, wo Atheisten und GlĂ€ubige sich treffen. [
]», Hindu-Friedenbotschaft Sri Sri Ravi Shankar im Interview mit Die Zeit, 30. Juni 2011.

«[
] Atheisten sind gebildeter, toleranter und wissen mehr ĂŒber den Gott, an den sie selbst nicht glauben. [
]», Ergebnisse des Pew Center 2010 in einer Umfrage in den USA, Spiegel, 25. Juli 2011.

«[
] Militante Atheisten haben dafĂŒr gesorgt, dass die Religion Erfahrungsbereiche exklusiv fĂŒr sich beansprucht, die von Rechts wegen allen Menschen gehören – und die fĂŒr ein sĂ€kulares Leben zurĂŒckzufordern, uns nicht unangenehm sein sollte. [
]», Atheist und Bestsellerautor Alain de Botton, Weltwoche, 16. Februar 2012.

«[
] Atheisten sind die unbeliebteste Glaubensgruppe der USA. Fast die HĂ€lfte der Amerikaner wĂŒrde eine atheistische Schwiegertochter oder einen Schwiegersohn ablehnen – aber nur ein Drittel eine muslimische. [
]», Ergebnisse einer amerikanischen Studie, Annabelle, 7. MĂ€rz 2012.

«[
] BĂŒcher dezidiert atheistischen Inhalts landen auf den Bestsellerlisten, atheistische Autoren sind gern gesehene GĂ€ste in Talkshows, Verlage, die bisher vornehmlich BĂŒcher christlicher oder dem Christentum nahestehender Autoren verlegten, bemĂŒhen sich eifrig um die Bestseller auslĂ€ndischer Autoren, wenn deren Programm der Atheismus ist. [
], Religionsphilosoph und Religionswissenschafter Hubertus Mynarek im Interview mit Profil, 25. Mai 2012.

«[
] Ein auffallendes Merkmal vieler Atheisten ist, dass sie eine katholische Schule besuchten, teils gepaart mit einem liberalen Elternhaus. Die beiden Pole fĂŒhrten irgendwann, hĂ€ufig noch in der PubertĂ€t, zu einem „Erweckungserlebnis“, das ihnen die Augen geöffnet habe gegenĂŒber einer RealitĂ€t, in der Kirche und Staat viel enger miteinander verknĂŒpft sind, als das allgemein wahrgenommen wird. [
]», Freidenker Ronald Bilik im Interview mit Profil, 25. Mai 2012.

«[
] Atheisten sind nicht nur von Gott Befreite, sie leben mit anderen Notwendigkeiten, in ihrem Fall mit jener, in allem einzig auf sich selbst, also den Menschen, verwiesen zu sein. [
]» Frankfurter Rundschau Online, 21. Juli 2012.

«[
] Heute haben nicht nur Moslems, sondern auch andere EuropĂ€er, die unterschiedlichen Traditionen entstammen oder Atheisten sind, persönliche und kulturelle PrioritĂ€ten, die sich nicht in christlichen Werten fassen lassen – und dieser Anteil der Bevölkerung wird weiter steigen. [
]», Cicero, 1. September 2012.

«[
] Religion schafft eine Basis, auf der Fremde gut miteinander auskommen. Nur eine Fraktion entzieht sich gĂ€nzlich: die Atheisten. Und sie mĂŒssen dafĂŒr bezahlen. In mehrheitlich religiösen Gesellschaften sind Atheisten immer diejenige Gruppe, der die Leute am wenigsten vertrauen. [
]» Sozialpsychologe-Professor Ara Norenzayan, Spiegel, 22. Dezember 2012.

«[
]Atheisten sind ansteckend in ihrer Zweifelsucht, und sie fĂŒrchten keinen strafenden Gott. Mehr noch, sie finden es ulkig, dass die anderen so unermĂŒdlich in ihren Aberglauben investieren.», Spiegel, 22. Dezember 2012.

«[
]Atheisten verstehen nicht, warum Religionen anstrengend und teuer sind. Sie sehen nur die gigantische Verschwendung von Zeit und Energie. [
]», Spiegel, 22. Dezember 2012.

«Atheisten sind beachtenswert ehrliche Menschen, da sie zu ihren ­intellektuellen und spirituellen Fragen stehen. Dabei sind sie allerdings glÀubiger, als sie wahrhaben wollen, denn sie glauben, dass es keinen Gott gibt.» Freikirchler René Christen im Interview mit Migros-Magazin, 11. MÀrz 2013.

«[
] Atheisten sind nicht gut auf Religion zu sprechen, erst recht nicht in England. [
]», Basler Zeitung, 15. Mai 2013.

«[
]Atheisten sind nicht notwendigerweise kĂ€mpferische Reli­gionsgegner. Im Gegenteil, viele von ihnen sind offen fĂŒr spirituelle Fragen. [
]», Stefan Huber, Professor fĂŒr empirische Religionsforschung an der Uni Bern im Interview mit reformiert, 29. November 2013.

«[
] Atheisten sind in der Regel EinzelgĂ€nger. Sie reden nicht mit einer Stimme. Und sie fĂŒhlen sich mitunter diffamiert als eigennĂŒtzig, verbohrt, abgewandt von der Gesellschaft. Sich mit Gleichgesinnten zusammenzuschliessen und die eigenen Überzeugungen offensiv zu vertreten, verspricht offenbar vielen Abhilfe: ein sichtbares Zeichen dafĂŒr, dass man ebenfalls ein gutes und wertvolles Mitglied einer Gemeinschaft sei. [
]», St. Galler Tagblatt, 14. Juni 2014.

«[
] Die ostdeutschen Atheisten sind das beste Beispiel dafĂŒr, dass einem Atheisten nichts zu einem guten Leben fehlt. [
]», Religionssoziologe Gert Pickel im Interview mit der Reformierten Presse, 14. November 2014.

«[
] Im Kontakt mit Menschen, die sich Atheisten nennen, ist mir immer mehr aufgegangen, was Menschen zur Kirche hinaustreibt: die Verlogenheit. Wenn sie uns das vorhalten, so sind sie pĂ€pstlicher als viele, die sich papsttreu nennen. [
] Die Atheisten sind uns immer wieder unangenehme Mahner fĂŒr das, was Papst Franziskus seinen engsten Mitarbeitern kurz vor Weihnachten ans Herz gelegt hat. Es könnte kurz zusammengefasst werden mit den Worten: Was wir beten, zum Leben werden lassen; was wir leben, zum Gebet werden lassen. [
]», Schweizer Benediktiner Martin Werlen, Sonntag, 8. Januar 2015

«[
] Solange Unsicherheit herrscht und die grossen Götter regieren, werden Atheisten gehasst, wie viele Umfragen ergeben haben. Die Frommen fĂŒrchten, die Gottlosen könnten sie ausnutzen, da sie nicht an göttliche Regeln gebunden sind. Doch diese Angst wird schnell vergessen, wenn der Staat die strafende Rolle Gottes ĂŒbernimmt. [
]», Sozialpsychologe-Professor Ara Norenzayan, Basler Zeitung, 23. MĂ€rz 2015.

«[
] Atheisten sind immer Klugscheißer, das unterscheidet sie von den Agnostikern. Agnostiker und Atheisten verbindet ihre Ablehnung religiöser Institutionen. Doch wĂ€hrend der Agnostiker die BeschrĂ€nktheit des menschlichen Erkenntnisvermögens betont und somit eine gewisse intellektuelle Demut offenbart, ist der Atheist restlos von sich und seinem ĂŒberlegenen Intellekt ĂŒberzeugt, was ihm nach seiner Überzeugung das Recht gibt, jede Form von ReligiositĂ€t in den Dreck zu ziehen. [
]», The European, 28. Mai 2015

«[
] Innenminister Thomas de MaiziĂšre stellt pauschal urteilend einen direkten Zusammenhang zwischen Fremdenfeindlichkeit und Atheismus her, weswegen mehr Christlichkeit besser wĂ€re. Die GrĂŒne Katrin Göring-Eckardt unterstellt Atheisten kognitive Störungen, weshalb das komplexe Christentum, „verstĂ€ndlich und lebensnah“ vermittelt werden mĂŒsse. [
]», Berliner Zeitung, 28. Dezember 2015.

«[
] Wer an Gott glaubt, verwendet mehr Hirnzellen fĂŒr MitgefĂŒhl als fĂŒr analytisches Denken. Das Gehirn von Atheisten arbeitet genau andersherum. Dadurch sind sie intelligenter, aber auch kaltherziger. Diese Eigenschaften definieren auch Psychopathen. [
]», FOCUS Online, 25. MĂ€rz 2016.

«[
] FĂŒr viele moderne wissenschaftliche Atheisten sind die Religionen etwas, das mit Gottesbeweisen beginnt und von ihnen abhĂ€ngt. [
]», David Gelernter, amerikanischer Informatiker und Netzkritiker im Interview mit der SĂŒddeutschen Zeitung, 26. MĂ€rz 2016.

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Der Artikel erschien auf hpd.de.

Traumberuf Journalist/in – Aus der Sicht von vor 44 Jahren

In einem Berner Brockenhaus habe ich ein interessantes Buch gefunden: «Traumberufe» von Ursula Meier-Hirschi gibt einen kritischen und anschaulichen Einblick in die beliebtesten Jobs junger Schweizerinnen und Schweizer. Dazu zÀhlt auch Journalist/in. Geschrieben wurde das Buch vor 44 Jahren.

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Journalist – damals wie heute ein Traumberuf. (Bild: S. HOFSCHLAEGER / pixelio.de)

Er ist zu finden zwischen dem Ingenieur und der KindergĂ€rtnerin. Der Journalist. «Er befindet sich in der landlĂ€ufigen Vorstellung ununterbrochen auf der Jagd nach dramatischen, welterschĂŒtternden Ereignissen. Er trifft mit lauter berĂŒhmten Leuten zusammen und lebt in einer Welt der Spannung und des Glanzes.»

Das schreibt Ursula Meier-Hirschi in dem Buch «Traumberufe», in welchem sie einige der beliebtesten Berufe junger Schweizerinnen und Schweizer detailliert und plastisch portrÀtiert. Veröffentlicht wurde das Buch 1972.

GesprÀch mit einer Jungjournalistin

Zu Beginn ihres PortrĂ€ts möchte Meier-Hirschi einen «weitverbreiteten Irrtum» aufdecken: «Wer gute AufsĂ€tze schreibt, ist noch lange nicht der geborene Journalist. Ein sicheres SprachgefĂŒhl und ein lebendiger Stil sind Voraussetzungen, aber nur zwei von vielen.»

Alles habe eine Kehrseite, so auch die glanzvolle Vorstellung vom Beruf des Journalisten: «Man mĂŒsse sich vor ihm in Acht nehmen, denken einige. Es handle sich da vorwiegend um Luftikusse, und mit der Wahrheit wĂŒrden sie es nicht allzu genau nehmen.»

Um der Wirklichkeit des Berufes auf die Spur zu kommen, trifft sich Meier-Hirschi mit der jungen Journalistin Marie-Louise Stickelberger, die damals «auf der Redaktion einer grossen Schweizer Tageszeitung» gearbeitet hat.

Meine Recherche hat hervorgebracht, dass Stickelberger am 4. Januar 1979 zur verantwortlichen Redaktorin des «Extrablatts der Jungen» und des Ressorts «Mode» der Neuen ZĂŒrcher Zeitung ernannt wurde. Von 1983 bis 2001 schrieb sie fĂŒr den Tages-Anzeiger, wo sie zwischen 1998 bis 2001 einige der «zĂŒritipps» verfasste. Von 2004 bis 2006 schrieb sie Kulturhinweise fĂŒr das mittlerweile eingestellte Ressort «Ticket» der Neuen ZĂŒrcher Zeitung. 2009 arbeitete sie laut dem Schweizer Mediendienst «Kleinreport» fĂŒr die «Theater-Zeitung».

«Viele Wege fĂŒhren zum Journalismus»

Meier-Hirschi konfrontiert die junge Journalistin mit den Fragen, wie man denn ĂŒberhaupt zu einer Zeitung komme und wie man ĂŒber Zeitfragen, wichtige Ereignisse und Spezialgebiete schreiben könne, obwohl es in der Schweiz gar keine Reporterschulen gĂ€be, wie sie beispielsweise in England seit Jahren bestĂŒnden.

«Viele Wege fĂŒhren zum Journalismus», antwortet die Journalistin, «Oft kommt man auf Umwegen und ĂŒber ganz andere Berufe dazu. Oder ĂŒber ein UniversitĂ€tsstudium, was jedoch keine Bedingung ist.» Heute, also 1972, seien  BerufsverbĂ€nde bestrebt, den Nachwuchs zu fördern.

Studium und Berufsförderung in den Siebzigerjahren

Ein konkretes Beispiel dieser Nachwuchsförderung der BerufsverbĂ€nde ist die «Union Romande de Journaux» in der Westschweiz und der «Verein der Schweizer Presse», die Anfang der Sechzigerjahre ein Schulungsprogramm ausgearbeitet haben. Durch dieses können sich Nachwuchsjournalisten wĂ€hrend einer zweijĂ€hrigen Stage bei einer Zeitung oder Zeitschrift die notwendigen Berufskenntnisse aneignen. «Diese Lehrzeit setzt sich aus einem theoretischen und einem praktischen Teil zusammen», schreibt Meier-Hirschi, «Gebiete aus Geschichte, Geographie, Soziologie und Politik werden behandelt. Die Stagiaires lernen eine Nachrichtenauswahl treffen, eine Meldung gestalten und prĂ€sentieren und werden grĂŒndlich in die technische Zeitung eingefĂŒhrt.»

Lediglich eine theoretische EinfĂŒhrung in den Journalismus bieten die UniversitĂ€ten von Bern, ZĂŒrich, Freiburg, Genf und Lausanne sowie die Handelshochschule (heutige UniversitĂ€t) St. Gallen.

Wache Menschen mit sehr grosser Verantwortung

Aus dem GesprĂ€ch mit Stickelberger und ihren Berufskolleginnen und -kollegen schlussfolgert Meier-Hirschi, dass alle Journalistinnen und Journalisten etwas gemeinsam hĂ€tten: «Es sind wache Menschen, denen am Herzen liegt, was sich ringsum in der Öffentlichkeit zutrĂ€gt. Es sind Menschen mit journalistischem Temperament, einer Mischung aus Neugierde, HartnĂ€ckigkeit, Ausdauer, Unerschrockenheit und Aufgeschlossenheit.»

Die Autorin fĂŒhrt aus, dass Journalistinnen und Journalisten mit beiden Beinen auf der Erde stehen mĂŒssen: «Zwischen den Lesern und einem Problem stellen sie eine BrĂŒcke her. Mit ihren Artikeln fordern sie zur Diskussion heraus, wirken meinungsbildend, formen an unserem Weltbild mit und tragen eine sehr grosse Verantwortung.»

Zeitung als Gemeinschaftswerk

Am Ende des PortrÀts fasst Stickelberger den Beruf mit ihren eigenen Worten zusammen: «Journalisten leben am Puls der Zeit, aber nicht nur acht, sondern vierundzwanzig Stunden am Tag. Journalist sein heisst, sich restlos, mit Haut und Haar, seiner TÀtigkeit verschieben haben. Es bedeutet auch, immer zuvorderst an der Front zu stehen, was unendlich anregend, aber auch entsprechend aufregend und aufreibend ist.»

Meier-Hirschi rekapituliert folgendermassen: «Mag eine Ausgabe am Schluss noch so glÀnzend gelungen sein, es gibt keine Stars zu bewundern. Jede Zeitung ist ein Gemeinschaftswerk, ein Zusammenspiel verschiedener Talente, das nur dann funktioniert, wenn jeder Journalist und jeder Redaktor seinem Beruf und nicht seinem Namen zuliebe arbeitet.»

Das Buch «Traumberufe» kann in der Schweizerischen Nationalbibliothek bestellt werden.

Illusion eines idealen Internets

Shitstorms, Hetzkampagnen und Videos von Enthauptungen lassen den Ruf nach Regulativen im Internet laut werden. Ein neues Thema des AufklÀrungsdiskurses wird diskutiert. Eine Medienzensur im digitalen Netz kann und darf aber nicht die Lösung sein.

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Nicht nur in elitĂ€r gefĂŒhrten Gesellschaften, sondern auch in jenen Teilen der Welt, die sich fĂŒr aufgeklĂ€rt und demokratisch halten, wird der Ruf nach Medienzensur im digitalen Netz laut. (Bild: SANDRO BUCHER)

Das Internet verÀndert die menschliche Kommunikation so einschneidend, wie dies nur dem Buchdruck, der Reformation und der damit verbundenen «Enthierarchisierung» der Kommunikation zu Beginn der Neuzeit gelang.

Damals wie heute erhofften wir uns durch die neuen Formen der Kommunikation, alle Menschen miteinander zu verbinden und zu einer globalen Gesellschaft ohne Grenzen zu werden. Damals wie heute stellt sich die Frage, ob das Publikum mĂŒndig genug ist, um die verbreiteten Botschaften differenziert genug aufzunehmen, ohne dass es einer Regelung durch Zensur bedarf.

Medienrevolution

Die vernetzte Welt des digitalen Lebensraums lĂ€dt aufgrund ihres unerforschten Wesens fortwĂ€hrend zu Entdeckungsfahrten ein. Jeder Mensch kann sich durch die schier unbegrenzten Kommunikationsmöglichkeiten zu Wort melden und seine Botschaft weltweit Gehör finden lassen. Etablierte Medien scheinen ĂŒberflĂŒssig zu werden. Doch darf die AutoritĂ€t des herkömmlichen Journalismus deshalb hinterfragt werden?

WÀhrend sich etablierte Medien an Richtlinien und Standards eines nationalen Presserates oder unternehmensinternen Bestimmungen orientieren, zwÀngt sich ein Grossteil der Menschen in der digitalen Lebenswelt nicht in ein vergleichbares Korsett.

Internet als Ideal

Dieses Ungezwungene entspricht dem „Ideal einer vollkommenen Zeitung“, das der deutsche Schriftsteller Karl Philipp Moritz 1784 formulierte. FĂŒr ihn ist der Grundgedanke hinter einer erfolgreichen AufklĂ€rung die Miteinbeziehung aller Bevölkerungsschichten in den Dialog. Die „öffentliche Zeitung“ soll eine mediale Öffentlichkeit schaffen, sie sei ein «unbestechliches Tribunal», «der Mund, wodurch zu dem Volke gepredigt, und die Stimme der Wahrheit, so wohl in die PalĂ€ste der Grossen, als in die HĂŒtten der Niedrigen dringen kann.»

Der aktive Austausch ĂŒber die vermittelten Informationen gehört fĂŒr Moritz ebenso zur Einbindung aller Menschen in den Dialog: «Eltern, Erzieher, Menschen die in einer Stadt zusammen, oder entfernt leben, könnten sich einander ihre wichtigsten VorschlĂ€ge und Entdeckungen mitteilen, und sich durch die Zeitung miteinander ĂŒber die angelegentlichsten Dinge besprechen.»

Mit der geforderten Partizipation knĂŒpft Moritz an Immanuel Kants „Beantwortung der Frage: Was ist AufklĂ€rung?“ an. Kant nimmt die Menschen selbst in die Verantwortung, sich aufzuklĂ€ren um damit zur UnabhĂ€ngigkeit zu gelangen, denn «Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so grosser Teil der Menschen, nachdem sie die Natur lĂ€ngst von fremder Leitung frei gesprochen, dennoch gerne zeitlebens unmĂŒndig bleiben.»

Social Media-Terror

Das digitale Neuland wurde im Namen der Freiheit entdeckt. Die GrĂŒndervĂ€ter dieser Technologien feiern ihre neue Welt bis heute als Ort mit endlosem Freiheitspotential und wĂŒrden in ihrer Euphorie auch von Kant und Moritz gestĂ€rkt werden. Doch die Vision, eine „digitale Basisdemokratie“ zu schaffen, birgt auch seine Gefahren.

Das Internet wird von terroristisch agierenden Milizen wie dem Islamischen Staat (IS) genutzt, um ihre Hassbotschaften und vergifteten Vorstellungen von Religion zu proklamieren. ZusĂ€tzlich nutzt der IS die Sozialen Medien, um neue Mitglieder zu rekrutieren. Twitter reagiert, wenn auch mit schwulstiger Sorgfalt. Der Mikroblogging-Dienst beruft sich auf seine selbstauferlegte NeutralitĂ€t, die MĂŒndigkeit seiner Nutzer und die freie MeinungsĂ€usserung, die er auf seiner Kommunikationsplattformen gewĂ€hren will.

Mehr denn je drĂ€ngt sich nicht nur die Frage auf, ob es fĂŒr Inhalte im Internet ebenso Regulierungen und Grenzen braucht wie fĂŒr etablierte Medien, sondern auch, ob solche Normierungen auf globaler Stufe sowohl rechtlich als auch kulturell und gesellschaftlich ĂŒberhaupt umsetzbar sind.

Differenzierung und EinschrÀnkung

«Auch das Elend und die Armut in den verborgnen Winkeln muss aufgedeckt, und nicht aus einer falschen Empfindsamkeit vor unserm Blick in Dunkel eingehĂŒllt werden», schreibt Moritz in seinem Konzept der vollkommenen Zeitung und spricht sich damit gĂ€nzlich gegen eine Zensur von Unmenschlichkeit und Terror aus, fordert aber einen differenzierten und aufklĂ€rerischen Ansatz, der in das Gezeigte einfliessen muss: «Das Elend, wenns einmal da ist, muss unter uns zur Sprachen kommen, und auf Mittel gedacht werden, wie man demselben abhelfen kann.»

Dienen Videoaufnahmen von Enthauptungen als unabdingbares Anschauungsmaterial, oder taugen sie lediglich zum Stillen der Sensationsgier des Publikums? Eine mediale Thematisierung des Terrors und ein AbwĂ€gen von möglichen LösungsansĂ€tzen gegen extremistische Ideologien mĂŒsste in einer aufgeklĂ€rten Gesellschaft auch ohne das gezeigte Bildmaterial möglich sein.

Grenzen der Freiheit

Die von Moritz formulierten Ideale einer vollkommenen Zeitung werden zu Recht kritisch hinterfragt. Globale Konsequenzen wurden vom deutschen Schriftsteller nicht berĂŒcksichtigt. Das Internet wĂŒrde unter seinen Wertvorstellungen zu einem NĂ€hrboden und Brutplatz fĂŒr Terrorismus verkommen.

Freiheit besteht darin, alles tun zu können, was einem anderen nicht schadet. Dieser Gedanke kann nicht isoliert von den GrundsĂ€tzen der AufklĂ€rung betrachtet werden. In der „Dialektik der AufklĂ€rung“, die Max Horkheimer und Theodor Adorno 1944 formulierten, behaupten die beiden Sozialphilosophen, dass ebendieses Denken schon den Keim zu jenem RĂŒckschritt enthalte: «Nimmt AufklĂ€rung die Reflexion auf dieses rĂŒcklĂ€ufige Moment nicht in sich auf, so besiegelt sie ihr eigenes Schicksal.»

Ob ein Korsett der Regulierungen und Zensur das Endprodukt attraktiver macht, oder ob ihm dieser SchnĂŒrleib lediglich die Luft zum Atmen nimmt, ist je nach Sichtweise des Rezipienten unterschiedlich.

AufklÀrung durch Eigenverantwortung

Es ist immanent, dass jeder Mensch etablierte und neue Medien sowie deren AutoritĂ€tsanspruch fortwĂ€hrend hinterfragt. In der „Allgemeinen ErklĂ€rung der Menschenrechte“ festgehaltene Artikel wie «Jeder hat das Recht auf Meinungsfreiheit und freie MeinungsĂ€usserung; dieses Recht schliesst die Freiheit ein, Meinungen ungehindert anzuhĂ€ngen sowie ĂŒber Medien jeder Art und ohne RĂŒcksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten» werden fĂŒr das Internet beharrlich ihre Geltungsdauer haben, da Normierungen an der Mauer der AnonymitĂ€t und Globalisierung gnadenlos zerbrechen.

Eine Umsetzung jedwelcher Zensur im Internet ist ein Kampf gegen WindmĂŒhlen. Es liegt, frei nach Kant, in der Verantwortung jedes Menschen, sich durch eigene Bearbeitung seines Geistes aus der UnmĂŒndigkeit herauszuwickeln und dennoch einen sicheren Gang zu tun.

Der Papst in der Presse

Manche Medien wenden bei komplexen Sachverhalten ein Schwarz-Weiss-Denken an, um zu versuchen, verflochtene UmstĂ€nde auf den kleinsten gemeinsamen Nenner zu bringen. Dass die ObjektivitĂ€t und Relevanz unter diesen Gegebenheiten leidet, zeigt die Berichterstattung zum Bergoglio-Papst auf eindrĂŒckliche Art und Weise.

(CC BY-NC-SA 2.0)
Bild: Flickr.com/TIM RECKMANN

Die Berichterstattung ĂŒber Religion hat einen Geruch der Unfreiheit an sich. Als Franziskus vor rund zwei Jahren die Hallen des Vatikans vom neokonservativen Mief der Benedikt-Ära befreite, schien der Jesuitenpapst nebst der Ferula auch eine Carte blanche der internationalen Presse zu erhalten. Verschwiegen wurden seine heiklen Aussagen in der Vergangenheit, kein Wort ĂŒber seine konservativen Ansichten verloren. Journalistinnen und Journalisten segelten im Wind der Hoffnung, den die vielen, progressiven Katholikinnen und Katholiken sĂ€ten.

Auch der Papst nutzte die Gunst der Stunde und trieb die gesungenen, oft gehaltlosen Lobeshymnen an, indem er mit oberflĂ€chlichen VerĂ€nderungen wie der Vereinfachung seiner Kleidung und dem Verzicht auf die Papstresidenz Wasser auf die MĂŒhlen der Medien goss.

Fehlende Differenzierung

Zu Recht bezeichneten Kleriker und Laien die Wahl des Argentiniers zum Oberhaupt der katholischen Kirche als einen Schritt in eine modernere Zukunft. Die Ernennung Bergoglios war ein notwendiger Akt, der zur TeilentrĂŒmpelung obsoleter Traditionen fĂŒhrte. Dass die ObjektivitĂ€t der Berichterstattung darunter leiden wird, war abzusehen. Dass Kritik und Klagen fast in ihrer Gesamtheit ausblendet wurden, ĂŒberraschte hingegen doch.

Der Pilgerweg Franziskus‘ hĂ€tte von Anfang an differenzierter betrachtet werden mĂŒssen, als dies viele MedienhĂ€user taten. Es hĂ€tte nicht darĂŒber hinweggesehen werden dĂŒrfen, dass Jorge Maria Bergoglio zu seiner Zeit als Erzbischof und Kardinal von Buenos Aires des Öfteren mit besonders kernigen und extremen Aussagen auf sich aufmerksam machte. „Wer nicht zu Gott betet, der betet zu Satan“, meinte er einst.

Kehrseite der Medaille

Mittlerweile hat sich ein erkennbares Mittelmaß in den Medien manifestiert, was die Reportage ĂŒber den Papst betrifft. Anfang Februar dieses Jahres traf Franziskus delikate Aussagen in zu kurzen AbstĂ€nden, dass diese hĂ€tten ĂŒberspielt, abgeschwĂ€cht oder ignoriert werden können.

Als die slowakische Bewegung „Allianz fĂŒr die Familie“ (AZR) mit UnterstĂŒtzung der katholischen Kirche ĂŒber 400‘000 Stimmen fĂŒr ihr „Referendum zum Schutz der Familie“ sammelte, meinte der Papst bei der Generalaudienz am darauffolgenden Mittwoch: „Ich begrĂŒĂŸe alle Pilger aus der Slowakei und möchte der slowakischen Kirche meine Anerkennung ausdrĂŒcken. Ich fordere alle auf, ihre Anstrengungen zur Verteidigung der Familie, des KernstĂŒcks unserer Gesellschaft, fortzusetzen.“ Im Referendum geht es unter anderem darum, gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption und das Recht auf eine Ehe zu verwehren. Dass der Papst spĂ€ter SchlĂ€ge gegen Kinder billigte – solange dabei deren WĂŒrde geachtet werde – brachte das Fass zum Überlaufen.

Besonnene Beobachtung

Es ist nur fair, dass die Vergangenheit eines Menschen nicht unter einem Mikroskop auf jedwede Ungereimtheiten untersucht wird. Auch dass nicht jedes Wort des Argentiniers bei Amtsantritt auf die Goldwaage gelegt wurde, zeigt ein gewisses Maß an SolidaritĂ€t der englisch- und deutschsprachigen Medien mit der katholischen Kirche, die unter dem Pontifikat von Benedikt XVI. unter Dauerbeschuss stand.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die nÀchsten Handlungen des Papstes ausgewogener und neutraler beobachtet und analysiert werden. So wÀre vielen Laien die Frage, woher der plötzliche Wandel des Papstes komme, erspart geblieben. Denn einen gewissen Gestank kann und wird man in den heiligen Hallen des Vatikans immer vernehmen können. Nur vermischt sich dieser nicht mehr mit dem Mief der Benediktpolitik.

„Eine Orgie fĂŒr Presse, Publikum und Professoren“

ISIS, Ebola, Gaza, Hamas, Ukraine-Russland: Themen, die durch die veröffentlichten Nackt-Selfies des Badener Stadtammans Geri MĂŒller fĂŒr mehrere Tage auf Seite zwei verbannt wurden. Der erhobene Penis von Geri stand zwar nur kurze Zeit im Zentrum, aber die erhobenen Zeigefinger der Medien liessen die mediale Eintagsfliege zu einem ausgewachsenen Elefanten mutieren.

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„Wenn das prĂŒde Amerika einen Blowjob des PrĂ€sidenten duldet, wird die Schweiz wohl ĂŒber eine imaginĂ€re AffĂ€re eines Politikers hinweg kommen, nicht?“ Illustration: SILAS BITTERLI / Tink.ch

„Hat es uns zu interessieren, wenn ein gewĂ€hlter, landesweit bekannter Politiker im Stadthaus seine Hosen runterlĂ€sst, um seiner Tagesabschnittspartnerin freudig den momentanen Zustand seiner Erregung mitzuteilen?“ Diese Frage stellt sich Roger Köppel im Editorial „Im Zweifel fĂŒr Geri MĂŒller“, veröffentlicht in der Weltwoche vom 21. August 2014. Wenn sich der umstrittenste Journalist der Schweiz auf ein moralisches Podest stellen kann, ist die Frage durchaus berechtigt, ob die Medien korrekt mit Geris Glied umgegangen sind.

Inszenierter Skandal

Hastig arrangierte Strassenumfragen etlicher Zeitungen zeigten frĂŒh den Trend: Kaum eine Person brĂŒskierte sich wahrhaftig ĂŒber Geri MĂŒllers Nackt-Selfies. Kurzweilig wurden Zweifel an seiner politischen IntegritĂ€t laut, doch die ganze Thematik flaute schnell zum humoristischen Zwischenfall ab.

Das frivole Intermezzo des Badener Stadtammans hĂ€tte frĂŒhzeitig wieder ad acta gelegt werden können. Doch das StĂŒck ist nicht zu Ende, bevor der Vorhang fĂ€llt. Als Vorhangzieher operieren hierbei die Schweizer Medien. Denn statt Geris bestes StĂŒck mit gesenktem Kopf von der BĂŒhne abtreten zu lassen, begaben sie sich auf die Suche nach Spannern, Satirikern und SittenwĂ€chtern, die das trĂ€ge TheaterstĂŒck in den zweiten Akt bugsierten.

Bill Clinton ante portas

Als der US-amerikanische PrÀsident Bill Clinton zugab, mit seiner damaligen Angestellten Monica Lewinsky Oralsex im Oval Office gehabt zu haben, durfte er sein Amt behalten. Auch damals schlossen sich amerikanische SittenwÀchter gegen Clinton zusammen, und durften ihre von christlichen Werten geprÀgten Predigten auf Podesten vortragen, die ihnen die Medien zusammenbauten.

Doch trotz dem unnachgiebigen Gegenwind standen die BĂŒrger von Amerika hinter ihrem PrĂ€sidenten. Auch wenn Bill Clintons Amtszeit bis in alle Ewigkeit nicht mit den wachsenden Spannungen im Nahen Osten, sondern einer anderen wachsenden Spannung assoziiert wird, durfte der PrĂ€sident erhobenen Hauptes seine Aufgaben weiterhin ausfĂŒhren.

Weshalb also können Schweizer Moralapostel Geri MĂŒller an den Rand eines RĂŒcktritts drĂ€ngen, wenn sogar US-ChefanklĂ€ger Kenneth Starr und die Republikanische Partei frĂŒhzeitig daran scheiterten, Bill Clinton aus dem Oval Office zu treiben? Unterstehen Schweizer Politiker tatsĂ€chlich strengeren Richtlinien als der PrĂ€sident des mĂ€chtigsten Landes der Welt?

Wenn das prĂŒde Amerika einen Blowjob des PrĂ€sidenten duldet, wird die Schweiz wohl ĂŒber eine imaginĂ€re AffĂ€re eines Politikers hinweg kommen, nicht?

Mantel der Moral

Im Gegensatz zu Bill Clinton wurde bei Geri MĂŒller nicht nur das Vergehen an sich kritisiert. Besonders die Schweiz am Sonntag, die den Fall erst ins Rollen brachte, ummantelte ihre Beanstandung gegen MĂŒller mit beinahe ausufernder BeweisfĂŒhrung. So steht fĂŒr die Sonntagszeitung nicht das Selfie, sondern die Verschwendung wertvoller Arbeitszeit im Fokus des Ärgernisses.

Latent konfrontierte man die Leser durch diese anschauliche Darlegung mit der Idee, dass es sich nicht um ein einmaliges Selfie von Geri MĂŒller handelte. Noch bevor die ersten Details ĂŒberhaupt bekannt wurden, war der Politiker der GrĂŒnen bereits als MehrfachtĂ€ter abgestempelt worden, der stundenlang in den Badener AmtsrĂ€umen explizite Fotos auf Kosten des Steuerzahlers versendete.

Macht der Worte

Überdies sprach die Schweiz am Sonntag von einem Amtsmissbrauch. Ein Schlagwort, das auch Lokal- und Tageszeitungen in der Folge scharenweise in ihre Berichterstattung aufnahmen. Doch bei diesem Zwischenfall von einem handfesten Amtsmissbrauch zu reden ĂŒberspannt nicht nur den Bogen des guten Geschmacks, sondern schmĂ€lert unnötigerweise auch die Tragweite von wahrhaftigen Ereignissen, in denen Politiker ihre Position ausnutzten und der Bevölkerung Schaden zufĂŒgten.

Ein Amtsmissbrauch wĂŒrde nĂ€mlich nur dann vorliegen, wenn MĂŒller aktiv die Stadtpolizei mobilisiert hĂ€tte, um diese fĂŒr seine Zwecke zu missbrauchen. Die PrĂ€zisierungen der involvierten Polizeistellen haben dies aber frĂŒhzeitig dementiert. Die Anschuldigung des Amtsmissbrauchs wurde nur durch gierige Lokalmedien am Leben erhalten.

Der Schweizer Journalist Constantin Seibt verfasste auf Twitter mit wenigen Worten ein einsichtiges und stichhaltiges ResĂŒmee: „Massenselbstbefriedigung. Eine Orgie fĂŒr Presse, Publikum, Professoren. Herr MĂŒller hebt den Penis und der Rest der Schweiz den Zeigefinger. Im Zweifel lieber ersteres.“

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Der Artikel erschien zusÀtzlich auf tink.ch.

Der mediale Antisemitismus

Medien aktivieren antiisraelische Einstellungen. Das behauptet die Linguistin und Antisemitismusforscherin Monika Schwarz-Friesel im Interview mit dem christlichen Medienmagazin pro. Sie mahnt die Verantwortung der Medien an und kritisiert diese scharf.

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Bei einer Pro-PalÀstina-Demo in Lausanne Anfang Woche wurden antisemitische Parolen skandiert. Wurden diese von den Medien geprÀgt? Foto: Aargauer Zeitung/KEY

 «Neu sind diese SprĂŒche nicht», erklĂ€rt Monika Schwarz-Friesel im Interview mit dem christlichen Medienmagazin pro, und verweist damit auf die antisemitischen Parolen, die in der vergangenen Woche auf mehreren Demonstrationen in Deutschland gerufen worden sind.

Europas latenter Antisemitismus

Die pro-palĂ€stinensischen Demonstrationen im Rahmen des Nahostkonflikts fanden unter anderem in Berlin, Essen und Frankfurt statt. Sie wiesen laut Schwarz-Friesel einen Bestand der Volksverhetzung auf: «Dass Äusserungen, wie sie zuletzt von den Nationalsozialisten artikuliert wurden, nun auf Berlins Strassen zu hören sind, ist unertrĂ€glich. Ebenso unertrĂ€glich ist es, dass die Staatsanwaltschaft nicht den antisemitischen und volksverhetzenden semantischen Charakter darin erkennt – und damit die hasserfĂŒllten judenfeindlichen Parolen bagatellisiert.»

Antisemitismus ist kein deutsches Problem. Auch bei Pro-PalÀstina-Demos in der Schweizer Stadt Lausanne wurden judenfeindliche Parolen skandiert. Besonders «Kindermörder Israel» stand auf vielen Plakaten, genauso wie bei Deutschen ProtestmÀrschen.

Medien als TĂŒröffner

Obwohl viele der Parolen offenbar von arabisch-palÀstinensischen Demonstranten geÀussert wurden, beteiligten sich auch zahlreiche andere Gesellschaftsgruppen an den Massenkundgebungen: Gruppen, die weder religiösen noch politischen Bezug zum Nahostkonflikt haben, aber trotzdem ein antiisraelisches Sentiment aufweisen.

Mögliche GrĂŒnde fĂŒr dieses Verhalten sieht Schwarz-Friesel laut pro in der medialen Berichterstattung: «Grosse Teile der Presse versagen in diesem Bereich. Es gibt eine sehr einseitige Berichterstattung im Bezug auf Israel,  zum Teil auch in seriösen Medien wie der ARD oder dem ZDF. Da ist ganz klar eine pro-palĂ€stinensische Tendenz zu erkennen mit extrem hohem Emotionspotenzial: Einzelschicksale von PalĂ€stinensern werden der militĂ€rischen Macht Israels gegenĂŒber gestellt. Das löst natĂŒrlich starke GefĂŒhle aus und reaktiviert auch antiisraelische Einstellungen.»

Die vergessenen Christen

Die einseitige Berichterstattung zum Nahostkonflikt hat sich schon relativ frĂŒh festgefahren. Um die Nachrichtenfaktoren einzuhalten und die Problematik zu vereinfachen, wird in den Nachrichten hĂ€ufig nur von PalĂ€stinensern gesprochen. Dabei wird nicht unterschieden zwischen palĂ€stinensischen Muslimen und palĂ€stinensischen Christen: Gruppierungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten und sich ebenfalls im Krieg befinden.

Alleine in Syrien leben 2,4 Millionen Christen. Auch in Israel leben derzeit immer noch 154‘000 Christen. Ihre Notlage wird in den Medien nur spĂ€rlich beleuchtet.

Gradwanderung der Kritik

Ein Grossteil der Kritik an Israel bleibt selbstverstĂ€ndlich berechtigt. Das unterstreicht auch Schwarz-Friesel im Interview: «Es ist völlig legitim, bestimmte ZustĂ€nde und politische Entscheidungen Israels zu kritisieren. Es gibt zum Beispiel Zuschriften an die Botschaft, die den Einsatz von Streubomben anprangern und dazu auffordern, etwas dagegen zu tun. Aber vieles, was als Kritik ausgegeben wird, enthĂ€lt antisemitische Konzepte. Kein seriöser Kritiker wĂŒrde zum Beispiel NS-Vergleiche nutzen wie „der Geist von Auschwitz“ oder „Warschauer Ghetto“ fĂŒr die Beschreibung des Gazastreifens. Auch gebildete Journalisten sprechen von einem „Rachekrieg Israels“. Das ist ein sehr alter Stereotyp. Da sieht man, dass auch Bildung nicht vor Antisemitismus schĂŒtzt.»

Bestehende Feindseligkeit

Der Nahostkonflikt ist ein hochkomplexes Thema, weshalb mit den Medien auch nicht zu scharf ins Gericht gegangen werden darf. Es ist nicht der erste Aufschwung des Gaza-Konflikts, doch bisher wurde keiner so ausgewogen von Medien dokumentiert wie dieser.

Viel eher liegt das Problem beim schlummernden Antisemitismus in Europa, der bereits durch Bagatellen wieder geweckt werden kann: «Wenn nicht einmal der zivilisatorische Bruch des Holocaust es geschafft hat, dem Antisemitismus den Boden zu entziehen, zeigt das, wie schwer es ist. Man muss vor allem darĂŒber aufklĂ€ren und den Menschen klar machen, dass Antisemitismus in der deutschen Geschichte nicht auf zwölf Jahre Nationalsozialismus beschrĂ€nkt ist. Es ist eine seit fast 2‘000 Jahren verankerte Komponente der abendlĂ€ndischen Kultur. Und man muss anerkennen, dass Antisemitismus nicht nur in der rechten Ecke zu finden ist. Es gibt eine sehr gefĂ€hrliche linke Strömung, die oft bagatellisiert wird. Das Wollen oder Können viele nicht wahrnehmen. Der linke, gebildete Antisemitismus ist viel salonfĂ€higer und wird seltener als solcher erkannt. Das habe ich auch durch empirische Studien nachweisen können.»

Religion in den Medien

Journalisten erzeugen Bilder von Religion, die einen Einfluss auf die Wahrnehmung der Bevölkerung ausĂŒben. Dies beweist eine Studie des Nationalen Forschungsprogramm 58. Doch mit welchen Mitteln werden die grossen Weltreligionen stereotypisiert und in ein Schema gezwĂ€ngt? Und wie stark ist die Wirkung der Medien tatsĂ€chlich?

ReliJour
Religionsjournalimus (Symbolbild)
Photo: SANDRO BUCHER

In der Schweiz herrscht wie auch in anderen westeuropĂ€ischen LĂ€ndern der Trend, dass die Zahl der GlĂ€ubigen jĂ€hrlich zurĂŒckgeht. Viele finden in ihrem Alltag keine Bedeutung mehr fĂŒr die Religion. Dennoch nimmt die PrĂ€senz der Religionsthematik in den Medien zu.  Zu diesem Resultat kamen mehrere Studien des Nationalen Forschungsprogramms (NFP). Wie erklĂ€rt man sich bei den Journalisten diese Diskrepanz?

Muslime als Auslöser von negativem Religionsjournalismus
Eine starke VerĂ€nderung der religiösen Berichterstattung in der Schweiz findet man in den Monaten nach dem 11. September 2001. Bereits vorher deutete sich jedoch schon ein Umschwung an, der mit der steigenden Anzahl von Muslimen in der Schweiz zu begrĂŒnden ist. Laut einer VolkszĂ€hlung aus dem Jahr 2007 leben rund 440‘000 Menschen, die sich zum Islam bekennen, in der Schweiz. Dies entspricht 5,8% der gesamten Bevölkerung.

Die grosse Mehrheit der muslimischen Migranten lebt ihre Religion stĂ€rker aus als die christlichen Schweizer. FĂŒr viele Schweizer wurde es im Laufe der Jahre unverstĂ€ndlich, dass die Religion fĂŒr einige Menschen etwas zentral Bestimmendes ist in ihrem Leben.  Deshalb wirkt der Islam fĂŒr sie befremdlich und beĂ€ngstigend, nicht zuletzt auch deshalb, weil die Muslime ihre Religion durch Ă€usserliche Merkmale zu erkennen geben. Diese Angst vor dem Unbekannten wurde geprĂ€gt und weiter verstĂ€rkt durch die negative Konnotation des Islams in den Schweizer Medien.  «Islamismus» nennt sich dieses Konzept, dass seit den 90er-Jahren stellvertretend fĂŒr den islamische Fundamentalismus steht. Islamismus gilt fĂŒr viele Menschen seit den TerroranschlĂ€gen vom 11. September als die grösste Ursache fĂŒr Krieg und Menschenrechtsverletzung auf der Welt.

«Religion ohne Sex und Gewalt ist uninteressant»
Es stellt sich die Frage, ob die Medien und der Islamische Zentralrat Schweiz (IZRS) dieser Negativspirale ĂŒberhaupt entkommen oder gar etwas dagegen tun können.

Der Religionsjournalismusexperte Vinzenz Wyss Ă€usserte sich im Rahmen eines Forschungsprojekts dazu und meinte, dass das Thema Religion besonders in den Printmedien trotz seiner allgemeinen PrĂ€senz kaum «an sich» behandelt werde, sondern fast immer nur im Kontext anderer Themen. Man spreche hierbei von einer Mehrsystemrelevanz. Ein anderer vom Forscherteam interviewter Redakteur ergĂ€nzt: „Am besten ist Religion gekoppelt mit Sex, Gewalt, Erziehung, Schule oder Staat. Rein religiöse Fragen sind weniger interessant.“

Weiter meldeten sich im Abschlussbericht des Forschungsprojekts zahlreiche andere Journalisten zu Wort. Sie fassen zusammen, dass die Religion in den Redaktionen generell als ein sehr schwieriges Thema angesehen werde, bei dem man sich leicht die Finger verbrennen könne. Dies erschwere die Recherche, denn vielen kleinen Religionsgemeinschaften fehle auch die professionelle Presseabteilung wie in den grossen Kirchen. Auch gĂ€be es in der Schweiz kaum Experten fĂŒr Religionsjournalismus.

Bisher sind die Journalisten und Redaktionen mit diesem Kurs jedoch gut gefahren. Sie geben der Bevölkerung das, was sie sich von Religionsjournalismus erhofft. Die Schweizer zeigen an der Religion an sich kein grosses Interesse mehr, sind aber interessiert daran, wenn diese fĂŒr Konflikte und Probleme verantwortlich gemacht wird.  Durch diese oft einseitig vermittelte Sichtweise prĂ€gte sich auch das Bild der Religion in den letzten 15 Jahren.

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Religionen und ihre Rollenbilder
Dass nicht sÀmtliche Religionen einen negativen Ruf haben zeigt exemplarisch der Buddhismus. Obwohl es sich auch bei dem Buddhismus um eine fremde Religion handelt wird dieser laut Studien als eine friedlich-gewaltfreie und sozial engagierte Religion fern von dogmatischen Lehren gesehen.

Ausgelöst wird dieses positive Bild des Buddhismus hauptsĂ€chlich durch den Dalai Lama. Gefördert wird es dadurch, das dieser alle paar Jahre die Schweiz besucht und einen offenen Dialog mit jungen Schweizerinnen und Schweizern fĂŒhrt. Das Oberhaupt des Buddhismus gibt sich dadurch noch volksnaher als der römisch-katholische Papst und zeigt sich in seinen öffentlichen Reden zusĂ€tzlich als nicht-missionierend. Durch den neuen Papst Franziskus wird aber auch das Christentum wieder vermehrt in der Rolle der „Guten Mutter“ gezeigt, wie es die Medienwissenschaftlerin Carmen Koch ausdrĂŒckt.
Das Judentum hingegen werde durch den Holocaust und den andauernden Nahostkonflikt vor allem in der Rolle des Opfers prĂ€sentiert. Dem gegenĂŒber stehen die Muslime, die fast ausschliesslich in der Rolle des Schuldigen zu sehen seien.

Die Rolle des Dauerschuldigen konnte das Christentum zu grossen StĂŒcken wieder ablegen, seit Benedikt XVI. seinen RĂŒcktritt bekanntgab und die KindesmissbrauchsfĂ€lle in der Kirche von seinem Nachfolger stĂ€rker verfolgt werden.

«Auf den einfachsten Nenner gebracht wird das Christentum als die eigene Religion angesehen, zu der man trotz aller Kirchenkritik ein relativ positives VerhĂ€ltnis hat. Alle anderen Religionen sind „fremd“. Hierbei wird der Buddhismus stereotyp als eine positive Religion, als gewaltfrei, friedlich, einladend und undogmatisch dargestellt. Der Islam wird ebenso stereotyp zum Inbegriff einer negativen Religion erklĂ€rt und als gewalttĂ€tig, Konflikte produzierend, unterdrĂŒckerisch und intolerant empfunden.» (Stolz et al. /MOSAiCH, Schlussbericht: 29)